Film: Die Eleganz der Madame Michel

Wir können Freunde sein. Und alles, was wir wollen.

link kino.de, link imdb.com

verschiedenes XXIV

a) seatbelts

Seit einigen Tagen ist Fastenzeit. Bis Ostern. Sieben Wochen. Und mir wird immer wieder suggeriert, dass das alles so etwas wie ne Diät sein muss. Bis ich mich mit jemanden unterhielt, der diese Zeit nicht nur aufs weniger Essen beschränkt, sondern allgemein auf Verzicht. Von der Idee angeregt, habe ich mir selbst etwas überlegt.
Und ein anderer Gedanke war dabei – gerade in der aktuellen Debatte um Bundesverfassungsgerichtsurteile der letzten Zeit – wie schön, dass ich etwas zum Verzichten habe.

b) this is where I heal my hurts

..und oft, wenn meine Lippen die Worte wie im Himmel, so auf Erden formen, habe ich dieses Bild vor Augen. Geradeaus der Blick auf nicht viel mehr als einen windschiefen Schuppen und eine Dorfstraße, die genau diesen Namen trägt. Hühner, die im Sand scharren, das leise Gackern und diese besondere Stille, die alles leicht macht. Wir sitzen auf Kissen, die fadenscheinig sind. Gott hat nen leichten warmen Regen zu verschenken. Neben mir die Frau, die die besten Plinsen machen und rechts der Mann, der irgendwie alles gut werden lassen konnte.

Und ich hoffe, dass ich den kleinen Mäusen beides geben kann. Das Vertrauen auf die Worte. Und die Bilder, die aus den Worten wieder Vertrauen formen.

c) fsk

Zwei Filme der letzten Zeit: stilles Choas (link kino.de) und Die Kunst des negativen Denkens (link kino.de).

verschiedenes XVI

a) halbvolle leere
Ich las dem Kleinen eine Geschichte vor. Von Christus, Wiederauferstehung und Engeln. Dazu waren Bilder abgedruckt. Und so zeigte ich zu jedem Wort, jeder Person auf die Abbildung, die neben der Geschichte gedruckt war.
Der Kleine machte eine Kopfbewegung wie ein Nicken, zeigte auf eine Stelle, an der ich nicht viel mehr als weisse Wand sah, und sagte
- Engel.
Und so angestrengt ich auch hinsah, konnte ich nicht das selbe sehen, wie die kleinen, unvorgenommenen Augen.
- Engel, Engel?!?

b) später mal

Stellt ich euch manchmal vor, wie es ist, wenn ihr im Altenheim mit euren Freunden Drogen nehmt?

So oder ähnlich heißt es in einer Geschichte. Habe ich auch bisher nicht drüber nachgedacht. Gestern habe ich allerdings über eine ähnliche Situation nachgedacht. Mit Rock’n'Roll hören anstelle der Drogen.

Link zum Trailer von young@heart

verschiedenes XV

a) folge dem weisen Kanninchen

- …und so saß ich dann in dieser Stadt, in der ich keine der Sprachen verstand, mich weder heimisch fühlte, noch jemals richtig angekommen war. Das Bier vor mir war halb leer, die Sonne warf lange Schatten, mein Geld war fast alle und ich sah auf diesen Platz vor mir, der nie richtig leer war. Nachts feierten dort alle und tagsüber fotografierten immer irgendwer irgendwas. Nur ich schien allein an diesem Tisch zu sein, in dieser Stadt, in der ich keine der Sprachen verstand. Und der Stuhl neben mir war erst seit kurzer Zeit so leer wie lange nichts mehr in meinem Leben.

In anderen Zeiten hätte ich seine Grimasse als Grinsen verstanden.

- Und dann sagte ich mir: die Wahrsagerin muss doch gewusst haben, dass ich trotz ihrer Worte das alles frühestens erst beim übernächsten Mal anders machen würde.

b) langer weg

Zwei Filme gesehen. Und wieder lange darüber nachgedacht, was einen Weg ausmacht. Und ihn zu gehen. Notfalls bis zum Ende.

Red Belt (link apple.com/trailers)
Gran Torino (link apple.com/trailers)

film: little miss sunshine

- Willkommen in der Hölle.

- Danke. Es bedeutet mir eine Menge, dass du das sagst.

Little miss sunshine

musik: jann arden | living under june

Mit ein paar Anleihen aus Country und kleineren aus Pop schafft es Jann Arden immer wieder, dass meine Hand genau diese CD einlegt. Ihr gelingt es dabei scheinbar leicht, dass mein Kopf wieder frei wird – oder auch mein Herz aufgefüllt.

Anspieltipps: could I be your girl, demolition love, insensitive, living under june, unloved

Legale Drogen dazu: Wind landaufwärts, Sommerregen

Film: Der Tiger und der Schnee

Komik ist Tragik in Spiegelschrift.

Dichtete mal Max Herre.

Roberto Benigni spiegelt in Der Tiger und der Schnee durch die Gestik, Mimik und Handlung eines Clowns Schönheit, Poesie und Tragödie des Lebens wieder. Ähnlich wie das schon in Das Leben ist schön geschah.
Wer dabei auf seine hastiken Bewegungen und die Wörterflut verzichten mag, sollte auf diesen Film verzichten. Allen anderen sei dieser Film ans Herz gelegt. Wegen der Poesie. Wegen der Tragödie. Und wegen der Flut von Gefühlen, die im Film immer wieder durchscheinen. Gerade wenn Robert Benigni jemanden seine Liebe umschreibt. Jemanden, der die Worte nicht versteht, aber die Mimik und Gestik eines Clowns, dem es einfach nur Ernst ist – mit der Liebe.

Ein weiteres Bonbon ist sicher das eigens für diesen Film geschriebene Lied you can never hold back spring von Tom Waits.   ….ja!
link imdb.com

link kino.de 

Film: Elementarteilchen

Aller guten Dinge sind drei. Und nachdem al:x und auch Herr 40plusX positiv berichteten und auch mein Paris Einfluss auf mich ausübte, habe ich nun doch Elementarteilchen gesehen. Alles weitere bei den beiden genannten Herren oder bei imdb.com oder kino.de

musik: jann arden | living under june

Mit geborgten Noten aus dem Country-Bereich und Eingängigkeit aus dem Bereich der Popmusik hat es Jann Arden geschafft, dass meine Hand immer wieder nach dieser CD greift, wenn ich den Kopf frei kriegen will – oder das Herz aufgefüllt.

Anspieltipps: could I be your girl, demolition love, insensitive, living under june

Legale Drogen dazu: Schaukeln, Kopfhörer

Meinungsposaune

   I.

   Also das Konzert von social distortion war mal eins von den guteren. Ordentlich Rock’n'Roll. Wer noch die Gelegenheit hat: nutzen. (Randbemerkung: Meine legale Schwarzverkäuferin sagte erst etwas von schlechtem Gewissen und bestand dann auf ihren 50 Cent hinter den paar Zehnern. Das ist doch kein Stil.)

   II.

  Buch. “Ein Tag mit Herr Jules.” Ein gutes Buch für eine Zugfahrt bei Regen. Wobei auch Wanne oder Wintergarten bei Regen eine Option wären. Inhalt: Herr Jules stirbt und seine Frau verbringt noch einen Tag zum Abschied mit ihm. Gedanken über Ungesagtes, Abschied und Leben verbinden die Handlung zu einer seltsamen Mischung aus Melancholie und Lebenslust.
Meine Wertung: 9 von 10

   III.

   Kino. Sin City geschaut. Und lange nicht so beeindruckt gewesen. Als Vorwarnung: es gibt aus meiner Sicht nur zwei Möglichkeiten, so viel Blut zu zeigen ohne, dass einem Vegetarier mit Blutspendepass schlecht wird. Die eine war in Kill Bill Vol.1 zu sehen, die andere hier. Aus meiner Sicht die konsequenteste und beste Comic-Verfilmung. Mir fallen Leute ein, die das nicht mögen werden – aber dem Rest: unbedingte Empfehlung!
Meine Wertung: 9 von 10  

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