Buch: Didier van Cauwelaert | Auf Seelenspitzen

Ich habe das Gefühl, dass ich mich entscheiden muss, ob ich mich an etwas erfreuen oder es verstehen will, beides zugleich scheint unmöglich.

film: alle kinder dieser welt

Der Film-Titel Alle Kinder dieser Welt ist gegenüber dem Original-Titel etwas verwaschen. Der englische Original-Titel All the invisible Children gibt wohl eher das Ziel und den Anspruch des Films vor: jenen, die allzu leicht und vielzu schnell überhört, übersehen und überstimmt werden, eine Stimme zu geben, einen Moment Aufmerksamkeit.

Hierzu wurde durch 7 verschiedene Regisseure Kurzfilme gedreht, die sich thematisch mit Kinder beschäftigen. Dabei sind unterschiedliche Filme entstanden, die sich zwischen Kindersoldaten, Kriegskindern, Kindern mit HIV bis zu Müllsammlern bewegen. Die Herausforderung bei so einem Projekt ist sicher immer die Gratwanderung zwischen Bewusstsein schaffen, Aufmerksamkeit erregen und dem Drücken auf die Tränendrüse.

Aus meiner Sicht ist die Gratwanderung nicht immer gelungen. Gerade John Woo liegt voll daneben. Sehr schön dagegen der Beitrag von Ridley Scott.

Film: Sommer vorm Balkon

Es gibt so Filme, die laufen schon eine Weile und dann schau ich sie doch noch. Vielleicht, weil ich in Berlin wohne, vielleicht weil mich mein Paris überredet hat.

Der Film Sommer vorm Balkon spielt in Berlin und handelt von zwei Freundinnen. (Da waren sie wieder: meine zwei “vielleicht“). Irgendwo zwischen Jobsuche, Sinnsuche und dem ewigen Thema, der Suche nach Liebe.

Mit der Leichtigkeit einer Kurzgeschichte, wenn auch nicht mit dieser Intensität, wird ganz nebenbei die Handlung erzählt; irgendwo fern vom Anfang und auch vielleicht vom Ende, einfach ein Stück Mitte, das rund wird, ohne den Anspruch auf Abschluss zu haben.

(link kino.de)

(link imdb)

Buch: Terry Pratchett | kleine freie Männer

Terry Pratchett mit einem Scheibenweltroman. Lag schon länger bei mir, was man wohl daran merkt, dass das Buch internen Quellen (link) zu Folge angeblich demnächst als Film veröffentlich werden soll. Also hier ein Rückblick mit einem Ausblick.

Tiffany lebt als Kind auf einer Schafsfarm. Sie denkt tiefer, als viele andere und sucht auch schon mal Bildung im Werte eines Apfels und einer Karotte. Bis sie einmal Unterricht bei einer Hexe bekommt und lernen muss, dass sich Welten manchmal so nahe sind, dass sie sich berühren, durchdringen und böse Feen kleine Kinder stehlen. Und dann müssen größere kleine Kinder aufbrechen, um die kleineren kleinen Kinder von den bösen Feen zurück zu stehlen.

Was sich hier wie ein Märchen anhört, ist wohl nicht sehr weit davon entfernt. Und wer sich in der Scheibenwelt von Terry Pratchett erst einmal verloren hat, will sich manchmal auch nicht so leicht wiederfinden lassen.

Obwohl mir in diesem Buch einige liebgewonnen Figuren wie Oma Wetterwachs, Tod und auch der Zauberlehrling dessen Name mir grad entfallen ist.

Und daran, dass ich hier ins schwärmen kommen, ist vielleicht auch zu merken, dass dieser Pratchett nicht so fesselnd und irre (liebenswürdig) ist, wie zum Beispiel “Alles Sense” oder “Gevatter Tod”.
Aber wer mit diesen beiden Büchern seinen Einstieg und an der Scheibenwelt gefallen gefunden hat, der liest dann vielleicht auch “kleine freie Männer”.

musik: dadafon | lost love chords

Wie soll ich ein Album bewerten, bei dem die eine Hälfte der Lieder irgendwann eine einzige melancholische Masse wird und die andere Hälfte einfach nur anfixt? Wobei das eine dazu führte, dass ich nicht mehr wußte, ob ich den Titel nicht eben schon einmal gehört habe und ich einen anderen Titel sofort wieder hören wollte.

Auf dadafon bin ich durch den Film Factotum gestoßen und wenn es ein einziges Lied auf den Soundtrack schaffen mußte, dann slow day. Was sich vielleicht auch ganz von allein ergibt, weil der Text von Bukowski ist. Und die Stimme der Sängerin.., so muss die Frau klingen, die Bukowski verflucht und der er verfallen ist.
Anspieltipps: slow day, I wish to weep und als Kontrast when did you leave.

Gelegenheiten zum hören: Badewanne, zugfahrend aus dem Fenster schauen

Und noch ein unbewerteter Tipp zum Ende: barfly soll gerüchteweise der bessere Bukowski-Film sein.

film: barfuss

    Barfuss handelt von einer geflohenen Klinikinsassin, die sich in einen Typen verliebt, der sonst sehr wankelmütig ist und bisher nicht viel auf die Reihe bekommen hat. So viel zum “Pretty Woman” - Touch des Films und zum Cliche-Macho des Films.

    Der Hauptgrund ihn zu sehen, wäre die Hauptdarstellerin. Sie spielt mit so viel Leichtigkeit eine Naivität, die ihrer Figur einen Glanz gibt, der sonst Kindern eigen ist. Und das, ohne uns zu zeigen wie viel einfacher und klarer Kinder unsere Welt sehen.
   
    Zum Glück nimmt sich der Film auch nicht Ernst genug, als dass Diskussionen über Helfersyndrom aufkommen sollten.