Maria Magdalena

Es dauert einen Moment, bis ich diese scheinbar seltsamen Musiktitel durchschaue. Diese eine Nacht in Prenzlberg. Oder Die helfen immer. SterneSterneSterne. Oder auch ganzunten. Ich scrolle weiter und weiter. Billardabend. Baggersee Musik. Meeresrauschen. Herzsollbruchstelle.
Meine CDs sind immer noch alphabetisch sortiert. Die Platten nach Musikrichtungen. Und auf dem mp3-Player ist alles nach allem möglichen sortiert.

Nur bei ihr habe ich diese Genres gesehen. Wie ein Kuss. Der Schatten von Ewigkeit. Im Park Wolken gucken.

Und als ich dann sehe worunter Maria Magdalena gespeichert ist, sind die Bilder wieder da. Schon bevor die ersten Töne erklingen.

Film: Die Eleganz der Madame Michel

Wir können Freunde sein. Und alles, was wir wollen.

link kino.de, link imdb.com

verschiedenes XXIV

a) seatbelts

Seit einigen Tagen ist Fastenzeit. Bis Ostern. Sieben Wochen. Und mir wird immer wieder suggeriert, dass das alles so etwas wie ne Diät sein muss. Bis ich mich mit jemanden unterhielt, der diese Zeit nicht nur aufs weniger Essen beschränkt, sondern allgemein auf Verzicht. Von der Idee angeregt, habe ich mir selbst etwas überlegt.
Und ein anderer Gedanke war dabei – gerade in der aktuellen Debatte um Bundesverfassungsgerichtsurteile der letzten Zeit – wie schön, dass ich etwas zum Verzichten habe.

b) this is where I heal my hurts

..und oft, wenn meine Lippen die Worte wie im Himmel, so auf Erden formen, habe ich dieses Bild vor Augen. Geradeaus der Blick auf nicht viel mehr als einen windschiefen Schuppen und eine Dorfstraße, die genau diesen Namen trägt. Hühner, die im Sand scharren, das leise Gackern und diese besondere Stille, die alles leicht macht. Wir sitzen auf Kissen, die fadenscheinig sind. Gott hat nen leichten warmen Regen zu verschenken. Neben mir die Frau, die die besten Plinsen machen und rechts der Mann, der irgendwie alles gut werden lassen konnte.

Und ich hoffe, dass ich den kleinen Mäusen beides geben kann. Das Vertrauen auf die Worte. Und die Bilder, die aus den Worten wieder Vertrauen formen.

c) fsk

Zwei Filme der letzten Zeit: stilles Choas (link kino.de) und Die Kunst des negativen Denkens (link kino.de).

verschiedenes XXI

a) some kind of Fleu-rob

Vom Einkaufen gekomme. Wie gewohnt alles erst ausm Auto genommen und vor die Tür gestellt. Dann in einer zweiten Schicht alles von der Eingangstür in die Wohnung. Als ich das dritte Mal vor die Tür trat, war der Grund dafür weg. Jemand hatte den Strauß Blumen mitgehen lassen, den ich für das wunderschöne Mädchen gekauft hatte.
An schlechten Tagen denke ich darüber nach, was der Strauß gekostet hat und mir entgehen wird.
An den guten Tagen freue ich mich darüber, dass ich mit dem wunderschönen Mädchen über sowas lachen kann.

Heute dachte ich, dass der Strauß ja vielleicht irgendwo eine Beziehung gekittet, eine Ehe gerettet hat. Wer weiß.

b) some kind of time-lag
Heute im Markt nach dem Datum gefragt worden. Hat ne Weile gedauert. Dann fiel mir ein, wann Wirtz und The Swell Season ihe Alben veröffentlichen.

Guter Tag heute.

film: vorn ist verdammt weit weg

Wie wäre es wohl, wenn Forrest Gump ein Deutscher gewesen wäre?

verschiedenes XVI

a) halbvolle leere
Ich las dem Kleinen eine Geschichte vor. Von Christus, Wiederauferstehung und Engeln. Dazu waren Bilder abgedruckt. Und so zeigte ich zu jedem Wort, jeder Person auf die Abbildung, die neben der Geschichte gedruckt war.
Der Kleine machte eine Kopfbewegung wie ein Nicken, zeigte auf eine Stelle, an der ich nicht viel mehr als weisse Wand sah, und sagte
- Engel.
Und so angestrengt ich auch hinsah, konnte ich nicht das selbe sehen, wie die kleinen, unvorgenommenen Augen.
- Engel, Engel?!?

b) später mal

Stellt ich euch manchmal vor, wie es ist, wenn ihr im Altenheim mit euren Freunden Drogen nehmt?

So oder ähnlich heißt es in einer Geschichte. Habe ich auch bisher nicht drüber nachgedacht. Gestern habe ich allerdings über eine ähnliche Situation nachgedacht. Mit Rock’n'Roll hören anstelle der Drogen.

Link zum Trailer von young@heart

verschiedenes XV

a) folge dem weisen Kanninchen

- …und so saß ich dann in dieser Stadt, in der ich keine der Sprachen verstand, mich weder heimisch fühlte, noch jemals richtig angekommen war. Das Bier vor mir war halb leer, die Sonne warf lange Schatten, mein Geld war fast alle und ich sah auf diesen Platz vor mir, der nie richtig leer war. Nachts feierten dort alle und tagsüber fotografierten immer irgendwer irgendwas. Nur ich schien allein an diesem Tisch zu sein, in dieser Stadt, in der ich keine der Sprachen verstand. Und der Stuhl neben mir war erst seit kurzer Zeit so leer wie lange nichts mehr in meinem Leben.

In anderen Zeiten hätte ich seine Grimasse als Grinsen verstanden.

- Und dann sagte ich mir: die Wahrsagerin muss doch gewusst haben, dass ich trotz ihrer Worte das alles frühestens erst beim übernächsten Mal anders machen würde.

b) langer weg

Zwei Filme gesehen. Und wieder lange darüber nachgedacht, was einen Weg ausmacht. Und ihn zu gehen. Notfalls bis zum Ende.

Red Belt (link apple.com/trailers)
Gran Torino (link apple.com/trailers)

memories are made of this

Dieses Lied von ACDC auf dem einen Abschlussball. Oder diese Platte, die wir in dem Sommer an der Ostsee immer wieder gehört haben. Und die dieses Mädchen aus Irland auch mochte.
Immer wieder mit dem Trabbi zum Baden und die Kassette an der richtigen Stelle zum Laufen bringen, so dass die weibliche Stimme genau beim Blick auf den See einsetzte.
Jedes einzelne Lied für das repeat-1 erfunden wurde. Don’t leave vielleicht, baby möglicherweise, moonriver ganz sicher.
So viele Lieder, die mit Erinnerungen verbunden sind. Mit Gefühlen, Bildern hinter den Liedern. Hinter den Lidern. Und viele davon sind schon so alt.
Wann war der Zeitpunkt, als die Empfehlungen aus Zeitungen kamen, an Stelle des besten Freundes? Und wie kam es dazu, dass da soviele Alben im Regal so blass sind? Klar: Gefühle können immer noch viele hervorrufen. Aber Erinnerungen…

Eingefallen ist mir das auch noch, weil mein mp3-Spieler auf Zufall stand. Und dann ein Lied kam, bei dem ich einfach nur lachen musste. Weil ich noch weiss, wer mir das Album zu Weihnachten geschenkt hat. Und wir bei ihren Eltern waren.
Ich wickelte das Album aus – und sie wollten wohl Interesse zeigen, so beim ersten gemeinsamen Weihnachten, nach den ersten zwei Monaten, die wir uns kannten.
- Leg doch mal die CD ein..
Ich wiedersetzte mich ne Weile. Ich kannte ihren Musikgeschmack. Und damit hatte ich Ihnen etwas voraus. Doch sie drängelten immer weiter.

Das Album lief nicht lange. Aber lange genug, dass die ersten Worte laut, klar und deutlich zu verstehen waren:

Hamburg. Nicht so’ne K*cksch**ße.

Und heute sehen sie

Aus dem einen oder anderen Grund hatten wir keinen Videorecorder. An DVDs war noch nicht zu denken. Und wesentlich mehr als fünf Fernsehprogramme können auch nicht auf Sendung gewesen sein.
Wir haben uns Tage im Voraus auf Filme gefreut. Wenn die vier Jungs in ihre Strumpfhosen sprangen und die Königin vor dem bösen Kardinal retteten. Old Shatterhand den Bärentöter rausholte. Oder Winnetou zu Ave Maria seinen Glauben bekannte. Oder wir “vorschliefen”, um den Spätfilm zu sehen.
Und wir sind extra aus dem Urlaub nach Hause gefahren, um einen Film zu sehen. Und nach dem Film wieder zurück in den Urlaub am See ohne Fernseher.
In meiner Erinnerung haben diese Fernsehmomente einen Hauch von Magie. Die Helden waren besser, stärker, größer. Obwohl die heutige Sicht auf diese Helden eine andere sein mag. Doch: zum Glück kann niemand diese Vergangenheit verändern. Nicht durch DVD-Boxen mit Kommentaren. Durch keine Fortsetzung eines Remakes. Nicht durch erste, zweite und dritte Wiederholungen bis in die Schwester- und Urenkelsender des Erstausstrahlers.

Aber vielleicht kommt es mir nur so vor, als würde das jederzeitige Vorhandensein eines Filmes, die Abrufbarkeit zu jeder Zeit, an jedem Tag diesen auch beliebig machen. Und vielleicht wird es sie trotzdem geben: das Staunen, die Vorfreude. Wenn auch in den Augen von jemand anders.

(Die Bewertung zum heute gesehenen Film mit Mailändischen Untertitel demnächst auf al-x.org)

verschiedenes VIII

I. das leben von anderen

- …ich glaube ja, dass Sexsucht in der Ehe anders definiert werden muss…
Sein Gesprächspartner guckt fragend.
- …es gibt ja schließlich auch Quartalstrinker!
Und im Zugabteil gucken plötzlich recht viele aus dem Fenster. Und auch ich sehe darin mein eigenes Grinsen gespiegelt.

II. eben noch auf al-x.org

Bisher bin ich mir noch unschlüssig, ob ich mir the bucket list ansehe. Mal guckn.
Was ich jedoch im Zusammenhang mit den Film bemerkenswert fand, war, dass die Interviews mit Jack Nicholson, die ich in drei verschiedenen Zeitungen las, fast deckungsgleich waren. In Fragen und Antworten. Aber eben auch nur so nah an ganz knapp fast gleich vorbei, dass es nicht die selben waren.
Und vielleicht noch eine zweite Sache. Die stand aber nur in einem der Interviews. Die Idee von Mr. Nicholson, eine weltweite Initiative, eine Stimmabgabe durchzuführen. Zu der Frage: Wollt ihr je wieder Krieg?

III. demnächst auf al-x.org / werbeblog

Zurzeit höre ich gern wieder mal einen Soundtrack. Once. Gitarre, Männer-, Frauenstimme. Nicht viel mehr. Zum Lagerfeuer. Für die Wanne. Zum Rotwein. Für Melancholie.
Die Filmkritik vielleicht, na ihr wisst schon.

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