OpenHC

Ich sehe mir die Liste an. Eier, Schmalz, Butter, Salz, Milch, Mehl, Safran. Ich singe das Kinderlied vor mir her und kaufe noch ein paar leckere Sachen nebenbei. Hier etwas aus dem Obstregal, da etwas aus dem Tiefkühler, Weinregal oder von den Süßigkeiten. Gute Laune kann käuflich sein. Oder auch nur diese Versprechen in Plastik oder Glas. Und manchmal ist vergessen so leicht. Die Musik aus dem Supermarktradio ist besser als das Wetter draußen, aber meiner Laune tut das keinen Abbruch. Das reicht als clue, so.
Irgendwann ist der Wagen voll und natürlich liegt wieder alles zerbrechliche unten, aber irgendeinen Haken muss jede Sache habe. Wie sonst sollte man die Erinnerungen daran aufhängen.
Ich gehe in Richtung Kasse, als ein Typ von rechts mich schneidet und auch noch an der Frau mit den drei Kindern, einem Einkaufswagen und zwei Händen vorbei will. Er touchiert den Einkaufswagen, ein Kind fällt. Über das Brüllen des Kindes hinweg, höre ich ihr Flüstern.
- Wenn du schon mit verschlossenem Herzen durchs Lebens rennst, wie wäre es mit offenen Augen.

halbes Ohr

Sie redet und er täuscht schlecht vor, dass er zuhört, während er über Blogeinträge sinniert. Plötzlich rutschen diese Worte wie Kiesel in sein Denkgetriebe. *Gehackte Mandeln*.
Er sieht zu ihr herüber. Genau in das fragende Gesicht, das wohl eine Antwort erwartet. Kann man ja mal versuchen.
- Na, wenns Reiskörner mit deinem Namen drauf gibt, gibt es bestimmt auch tätowierte Mandeln.