verschiedenes XV

a) folge dem weisen Kanninchen

- …und so saß ich dann in dieser Stadt, in der ich keine der Sprachen verstand, mich weder heimisch fühlte, noch jemals richtig angekommen war. Das Bier vor mir war halb leer, die Sonne warf lange Schatten, mein Geld war fast alle und ich sah auf diesen Platz vor mir, der nie richtig leer war. Nachts feierten dort alle und tagsüber fotografierten immer irgendwer irgendwas. Nur ich schien allein an diesem Tisch zu sein, in dieser Stadt, in der ich keine der Sprachen verstand. Und der Stuhl neben mir war erst seit kurzer Zeit so leer wie lange nichts mehr in meinem Leben.

In anderen Zeiten hätte ich seine Grimasse als Grinsen verstanden.

- Und dann sagte ich mir: die Wahrsagerin muss doch gewusst haben, dass ich trotz ihrer Worte das alles frühestens erst beim übernächsten Mal anders machen würde.

b) langer weg

Zwei Filme gesehen. Und wieder lange darüber nachgedacht, was einen Weg ausmacht. Und ihn zu gehen. Notfalls bis zum Ende.

Red Belt (link apple.com/trailers)
Gran Torino (link apple.com/trailers)

yeah, right IV

Er:
- Selbst wir haben ja manchmal Meinungsverschiedenheiten.
Sie:
- Stimmt doch gar nicht.

füsse vergessen

a) a moment forever
In der letzten galore erzählt Robert Lebeck, dass der Tag kam, an dem seinem Sohn seine maßgeschneiderten Schuhe passten. Und dies sei auch der Tag gewesen, ab dem sein Sohn besser wurde und er selbst nachließ.
Es gibt sie wohl – diese Momente, in denen einem klar wird, was Generationswechsel auch bedeuten kann. Das eigene Älterwerden, die milder gewordene Sicht auf Dinge, das Herz, das nun außerhalb des eigenen Körpers schlägt. So viel. So viel mehr.
In das bedeutenste Zeichen für alles liegt Abends in diesem kleinen Bett und lässt zu seinem Atem mein Herz schlagen.

b) neverland
So viele Augenblicke. Momente, die ich hinterher ändern wollte. Und mich selbst nicht einmal in der Zukunft.
Wahrscheinlich ist das einfach so, dass wir irgendwann in die Schuhe von Leuten passen, deren Wege wir nie gehen wollten.