zwei, eins
Er redet, als gäbe es morgen keine Worte mehr. Oder nur, als wüsste er, dass sie ihm bald fehlen würde. Seine Sätze sprudeln wie früher, wenn er beim Diktat von mir abgeschrieben hat, ohne Punkt und Komma.
Ich trau mich nicht mit dem Blick nach dem Kellner zu suchen und sein Kaffee ist unangerührt und kalt.
- Wie im Kino, denke ich mir und will nach der richtigen Musik für diese Szene suchen, schaue aber nur den Leuten hinterher, die draußen vorbeigehen.
Er spricht von der Weite des Landes, der Schönheit, Tiefe, Pracht und der Hilfe, die dort benötigt würde. Es klingt nach auswendig gelernt, bunter Broschüre oder nur nach der Suche nach Bestätigung. Ein Anker ohne Schiff.
- Ich will die Zeit bis dahin so intensiv nutzen, die Batterien aufladen, die Speicher füllen und die Kammern bis unter die Decke voll wissen, seine Stimme verrät nichts, aber da ist etwas in seinen Augen.
- Ich will doch nur ein Guthaben aufbauen, dass uns über das Jahr bringt, in dem sie weg ist.
Stille.
Und nur zwei Gedanken in meinem Kopf.
Als Kind durften wir ab und zu auch Filme nach zehn schauen. Wenn wir unseren Eltern fest versprachen, dass wir vorschlafen würden. Als könne man ein Guthaben an Schlaf sammeln.
Und der zweite Gedanke rät mir immer wieder, genau das jetzt nicht zu erzählen.