Was solls
Es gibt diese Tage. Wirklich. Ich habe es erlebt.
Dabei fing der Tag etwas ungemütlich an. Regen, nass und feucht, so dass dir die Kälte in die Knochen kriecht. Den Kragen hochgeschlagen und ab zum Bahnhof. Die Straßen waren dunkel und bis dahin hätte ich auch nicht dran geglaubt.
Aber auf dem Bahnsteig ein schüchternes Lächeln. Ich dreh mich noch um und sah über meine Schulter. Doch da stand niemand, der gemeint sein könnte. Dieses Lächeln galt mir.
In der Bahn folgte das nächste Lächeln. Und auch das übernächste sollte nicht das letzte gewesen sein.
- Vielleicht wurde was ins Trinkwasser gekippt?, dachte ich mir noch und, macht der Grund für alle freundlich gestimmten Mundwinkel an diesem Morgen einen Unterschied?
Als ich mir meinen Kaffee holte: freundliche Gesichter. Und das ist nicht immer üblich, an einem Morgen, im November, in Berlin.
Mittags bin ich das erste Mal an diesem Tag aufs Klo. Der Typ im Spiegel sah mich mit einem überraschten und einem plötzlich wissenden Auge an.
Der Typ im Spiegel hatte noch die Schatten von zwei Creme-Strichen auf den Wangen. Aufgetragen und nicht verschmiert. Kriegsbemalung im zarte-Mischhaut-Stil.
Und, als ob das nicht reichen würde, noch einen dicken Rest Schokoaufstrich im Mundwinkel.
Der Typ im Spiegel guckt komisch zurück.
Und dann lacht er doch noch.