jedes mal

Es ist so einfach, so selbstverständlich, dass ich es nicht verstehe.

Fast wie ans Meer zu fahren. Wenn du mehr und mehr das Salz in der Luft erst riechen und dann auch schmecken kannst. Der Wind ist feuchter und jedes Mal anders. Und dann, wenn du auch die Wellen hörst, und vielmehr: wenn du sie auch siehst, dann gibt es diesen einen Moment, in dem es einfach geschieht. Gedanken wie Meer, Blick so weit, du so klein, dass du dich unendlich fühlen könntest, und irgendwann fließt einfach alles.

Heute Morgen war das so ähnlich. Die Luft so klar, die Straßen leer.

Der erste Schnee des Jahres.

verschiedenes V

I.
Wie es so inner Männer-WG laufen könnte, kann ich mir schon vorstellen.
So was in der Art, dass einer am Laptop sitzt, die anderen beiden gucken abwartend.
- Mach mal nachher nicht aus; ich muss auch noch was gucken.
- Du hast doch n Laptop dabei?!
- Mag ich jetzt nicht holen.
- Ich hätt auch noch einen anderen da, und n Kabel….
- Dann schließen wir doch alle drei an…. und chatten etwas.

II.
Wäre irgendetwas daran, wenn der Nikolaus einfach nur einen Fetisch für geputzte Stiefel hätte?

III.
Er guckt über die Ränder seiner Brille auf die Gläser einer anderen Sehhilfe.
- Schon mal über Lasern nachgedacht?
Ein abfälliges Ausatmen folgt. Ein langer Vortrag über innere Werte, die Profitsucht von Großkonzernen, die Schönheitsideale und, dass man selbst bei Konzerten immer gut vorne mitmischen kann - Brille hin oder her.
- Mh, Lasern geht, glaube ich, auch nur bis drei Dioptrien…
- Ja, ich weiss, grummelt der andere vor sich hin.

IV.
Dialoge, bei denen mindestens Bilder entstehen.
- .. sie war eh immer so,… es folgt ein Geräsch wie pft
- Na, ich kann mir nicht vorstellen, dass sie damit so locker umgegangen wäre, nach dem Sex…
- ?
- …als du, gleich nachdem du draußen warst, Spiegel gelesen hast.

V.
Der Werbeblog.
Ein Album, das ich zur Zeit häufig höre: Eddie Vedder *into the wild*.
Die Filmkritik dazu demnächst auf al-x.org

Leben.

Es ist wohl eine der Herausforderungen des Lebens, dass es eine Prüfung ist. Leben ist eine Prüfung. Die längste. Aber die gute Seite daran ist dann wohl, dass man selbst entscheiden kann, ob man bestanden hat.

So manche Entscheidungen trifft man selbst. Obwohl, dass ich länger nicht an dich gedacht hab – das war kein bewusster Prozess. Ebenso nicht, dass du dann wieder den Weg in meine Gedanken gefunden hast. Wie sollte es anders sein: es war wegen einem Lied.

Du hast vor einer ganzen Weile diese Art von Reise angetreten, bei der man nie wissen kann, wann oder ob wir uns wiedersehen. Eines Tages warst du weg. Ohne einen Abschied. Kein letztes Telefonat, kein Brief, keine Tränen. An diesem Tag.
Das Leben ist eine Prüfung. Du hast für dich selbst entschieden. Du hast allein entschieden. An diesem Tag, im November. Du wolltest weg. Vielleicht weil dein Mädchen schwanger war. Vielleicht, weil sie dich nie wieder sehen wollte. Vielleicht, weil du nie das Kind sehen solltest. Du wirst deine Gründe gehabt haben. An diesem Tag. Den Tag, an dem du die Abgase ins Auto geleitet hast. Ja, man trifft die Entscheidung selbst. Oder auch allein.

So wie die Entscheidung, wenn man entscheiden muss, ob die Geräte sie weiter am Leben halten. Was immer Leben heißt. Oder wie die Definition dafür aussieht. Wie sie da so lag. Schläuche überall und Maschinen. Irgendwo dahinter, darin, darunter: Ein Mensch. Und die Seele? Hat sie Platz zwischen all diesen Maschinen? Wird sie auch künstlich beatmet? Manche Entscheidungen trifft man selbst. Allein. Einsam.

Oder. Dieser kleine Junge, dieses zerbrechliche Wesen im Brutkasten. Monate zu früh. Die Ärzte redeten in fremden Sprachen und Fachwörtern. Ich hab nicht viel verstanden. Nur, dass sie ihm keine Chance gaben.
Sein kleiner Brustkorb senkte sich, hob sich wieder. Immer und immer wieder. Wie sollte so etwas schönes verblühen?
Manche Entscheidungen trifft man nur für sich. Allein. So wie dieser Junge die Entscheidung getroffen hat, dass er leben will. Ganz allein für sich. Stärke liegt manchmal in der zartesten Blüte. Er hat entschieden, dass er leben will.
Du wärst stolz auf deinen Sohn.