Abspannend

Ich mag es einfach nicht. Klar, ich könnte hassen verwenden, aber das trifft es nicht ganz. Und gelegentlich erwische ich mich ja auch dabei, wie ich in den Film quatsche. Senf, gute Ratschläge an den Helden oder über die üblichen Muster und Handlungsstränge sinniere. Gern auch laut nachdenkend und meinen Gegenüber, wahlweise Nebenmirimkinositzer nervend.
- Das ist jetzt die Stelle, in der…
- Na, ab jetzt muss ja das und das passieren…
- Das überlebt der nie oder den kriegen die noch…
Obwohl das schlimmste Vergehen ist ja das Ende erzählen. Und dann dieses oh-das-wusstest-du-noch-nicht-Gesicht. Aber auch da gibt es ja Wege und Möglichkeiten, dem vorzubeugen. Doch irgendwie kann ich mich mit der Angewohnheit noch nicht anfreuden, das Ende zuerst zu gucken, wahlweise zu lesen. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, das Ende zu lesen und dann noch gespannt sein, auf den Weg dorthin. Obwohl ja John Irving alle seine Bücher mit dem letzten Satz beginnen soll. Aber so lesen?!

Und als ich ihr dann erzählte, wie die einzige Möglichkeit ist, wie das Buch, das ich grad las, ausgehen muss, lächelte sie nur. Dieses wissende Lächeln. Mit der Möglichkeit, dass ich falsch lag. Das ich falsch lag.

Ich lag falsch. Aber das Buch lese ich trotzdem noch zu Ende.

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