ähnliche Leiden
Ich habe mir das ja immer so vorgestellt, mit der Homöopathie: ich nehm’ etwas Benzin, rühre davon ein paar Tropfen unter Wasser, schüttle das Richtung Erdmittelpunkt, wiederhole das ein paar Mal und mein Auto fährt schneller als jemals zuvor.
Da ich schon mal aus Versehen Diesel in meinen Benziner gekippt habe, konnte ich mir das ganz so einfach nicht vorstellen.
Und wie’s der Zufall will, lud meine Apotheke zu einem Vortragsabend über Homöopathie ein. Grad nichts vorhaben, Skepsis im Gepäck und ein kleinen Fußmarsch später sitze ich in einem Seminarraum mit Blick auf die Spree, vier weiteren Männern und empfundenen 102,8% Frauenanteil.
Die Männer schätzen sich gegenseitig ein und einige schalten auch recht schnell nach beginnendem Vortag ab. Das erste kurze Aufhorchen erfolgt aufgrund des Wortes Potenzen im Vortrag. Aber das verklingt im Raume, die Spree schiebt gemütlich ihr Wasser das Flussbett hinunter und bald ist wieder Sportschau.
Und dann kommt doch noch einer der drei Gründe für männliche Aufmerksamkeit. Als nämlich der Vortragende etwas über die Neben-, Zweit- und Wechselwirkungen von homöopathischen Mitteln referiert. So berichtet er von einer Patientin, die ohne Rat ihres Therapeuten ein homöopathisches Mittel gegen ihren Schnupfen nahm. Tja, und eben dieses Mittel führte aufgrund der hohen Potenz nicht nur dazu, dass die Frau ihren Schnupfen kurierte, sondern auch, nun sagen wir: überhöhte Lust auf körperliche Vereinigung bekam.
Ich habe keine Ahnung, was bei den anderen Männern hängengeblieben ist, oder ob. Aber ich glaube, dass sie bereit waren, es einfach mal zu probieren.