3 doors down

Vielleicht ein Friseur-Salon, vielleicht eine Billard-Halle oder eine Sauna. Und natürlich wäre auch eine Kneipe denkbar. Musik im Hintergrund. Getränke in der Hand. Einer von beiden hat den Blick etwas gesenkt. Der andere mit konzentriertem Seitenblick.
- Ich hatte sie zum Videoabend eingeladen. Und sie hat gesagt warum kommst du nicht zu mir? Ich meine: sie hatte eine Ein-Zimmer-Wohnung, ihre Couch war auch ihr Bett, und so bin ich an die Sache rangegangen, verstehst du?
Kaum merkliches Kopfnicken.
- Erst sind wir essen. Aber als ich die Kellnerin nach Kerzen fragte, nach Wein und Gläsern, winkte sie ab und bestellt ein Bier.
Er nimmt einen Schluck und spricht dann weiter.
- Sie hatte einen Film rausgesucht, mit genug Anspielungen .. und so zog ich sie irgendwann an mich heran. Ich küsste ihren Nacken, streichelte über ihre Haare, naja, und so weiter. Sie schnurrte. Also nicht wie Katzen, aber sie schnurrte ganz deutlich, ich sah die wohligen Schauer über ihre Unterarme laufen. Aber irgendwann begannen die deutlichen Hinweise.
Er sieht in sein halbleeres Glas.
- Sie begann zu Gähnen und so. Schließlich saßen wir wieder nebeneinander auf der Couch. Ich dachte, ich könnte über Nacht bleiben, sagte ich. Sie schüttelte ohne Zögern den Kopf. Also zog ich mich an und ging.
Er stellt sein leeres Glas ab.
- Sie blieb in der Tür stehen, während ich die Treppe hinunter ging. Auf der Hälfte drehte ich mich noch einmal um und sah sie an. Kannst du eigentlich noch etwas anderes gut, als Lächeln, fragte sie. Küssen, sagte ich. Dann komm her und beweis es!, forderte sie mich auf.
Er gibt der Kellnerin ein Zeichen und weist auf unsere beiden Gläser. Ein Nicken.
- Weisst du, eigentlich weiss man das immer erst viel später, manchmal zu spät, aber einige Treppen sollte man auch nicht wieder hinaufgehen.

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