Einmalig

Es hat eine Weile gedauert. Ich könnte keine Dauer angeben, keine Tage, keine Stunden. Aber jetzt weiss ich es. Weil unsere Herzen im gleichen Takt schlugen, die gleiche Musik spielten. Genau in dem Moment, als ich dich das erste Mal gesehen hab. Am Valentinstag.

Ich weiss, dass du einer der größten Lieben meines Lebens wirst. Ich weiss es einfach.

Einmal

Ich erinner’ mich noch an die Federball-Spiele, bei denen du mich immer gewinnen lassen hast. Obwohl das wahrscheinlich nicht immer einfach war. Auch der Geruch deines Werkzeugkellers oder der Garage liegt mir an und ab in der Nase. Ich schmunzel dann immer. Und denke daran, wie du mich das erste Mal mit deinem dünsten Bohrer hast arbeiten lassen. Meinen ersten Satz Werkzeuge habe ich von dir bekommen.

Oder wie wir auf der Bank an der Rückseite des Wochenendhauses saßen und auf das Gestell für die Schaukel gesehen haben. Wir haben meist dabei geschwiegen. Oder haben beide gelesen. Es war diese bestimmte Art von Schweigen. So viele unausgesprochene Worte. Vielleicht weil sie einfach zu viel gewesen wären. Nicht notwendig. Vielleicht auch, weil dir kleine Gesten immer mehr gelegen haben, als Worte.

Guck doch ab und an mal bei uns vorbei. Wir müssen nicht reden. Es reicht einfach das Gefühl, dass du da warst. Und bis wir uns wiedersehen, werde ich vielleicht wieder eine Schaukel an das Gerüst gehangen haben. Bis wir uns einmal wiedersehen. Auf wiedersehen.

manchmal

Schon beim Blick an die Wand und diesem fast lustvollen Seufzen rechts von mir kommen mir die wildesten Gedanken. Egal. Ich schüttel ab, schließe den Reissverschluss und gehe mir die Hände waschen.

Wenig später steht er dort wieder neben mir. Und seufzt noch immer. Mein Seitenblick lässt ihn hochsehen.

- Diese Toilette erinnert mich immer an meine Exfrau.

Ich sehe mich um. Bunt bemalte Wände. Papierhandtücher auf dem Boden. Ein angebrannter Kondomautomat. Und mir sprudelt der farbige Assoziationsspringbrunnen Bilder vor mein geistiges Auge. Fast bekomme ich Mitleid.
Er scheint meine Gedanken zu lesen.

- Wir haben uns hier bei einem Konzert kennengelernt. Das Damenklo war voll und da haben sie einige Mädels hier reingeschickt. So hab ich meine jetzige Exfrau kennengelernt.
War das eben ein Lächeln auf seinem Gesicht?

- Na ja, ihren neuen hat sie bei einer Tupperparty kennen gelernt. Scheint was bodenständiges zu sein.

Er trocknet sich die Hände ab und geht.

Ich gehe meine Assoziationen noch mal durch, packe sie gegen die Schablone, die er mir geliefert hat. Es fehlen immer noch Stücke für eine ganze Geschichte.
Manchmal ist das Leben langweiliger, als wir es uns vorstellen. Manchmal ist es spannender. Und manchmal fehlen der Anfang und das Ende der Geschichte.

zeit ist … relativ V

Es hätte ein schöner Abend werden können. Beide früh zu Hause, nix weiter vor oder zu tun. Er sieht auf die Uhr vor zehn Minuten haben sich dann beide in die Haare bekommen. Wegen einer Kleinigkeit, Krimskrams. Aus ner Mücke undsoweiter.

Und nun sitzt sie bei Lisa Plenske und er vor dem Rechner und guckt Emails.

Er löscht drei Spams. Aber immerhin eine nette Email ist dabei. Sie endet mit Deine Mail sagt mir es sei 1980. Und ich fühl mich gar nicht wie neun Jahre….
Er guckt nach und irgendwie ist am Rechner das Datum verstellt gewesen. 1980. Neun Jahre. So einfach kann das mit den Zeitreisen sein?, fragt er sich.

Er nimmt den Wecker in die Hand, stellt ihn eine halbe Stunde zurück und geht zu ihr.

triple espresso

Eine Zeit lang hörte ich das Lied jeden Abend zum Einschlafen. Es half dabei ungefähr wie ein dreifacher Espresso auf Ex.
Irgendwann habe ich gelesen, dass der Typ, als dieses Lied schrieb, gerade mal zwei Akkorde konnte. Und mittlerweile höre ich das Lied manchmal eher durch Zufall, zwischen durch und spiele andere Lieder mit mehr Akkorden auch nicht besser.

Faithless - don’t leave

3 doors down

Vielleicht ein Friseur-Salon, vielleicht eine Billard-Halle oder eine Sauna. Und natürlich wäre auch eine Kneipe denkbar. Musik im Hintergrund. Getränke in der Hand. Einer von beiden hat den Blick etwas gesenkt. Der andere mit konzentriertem Seitenblick.
- Ich hatte sie zum Videoabend eingeladen. Und sie hat gesagt warum kommst du nicht zu mir? Ich meine: sie hatte eine Ein-Zimmer-Wohnung, ihre Couch war auch ihr Bett, und so bin ich an die Sache rangegangen, verstehst du?
Kaum merkliches Kopfnicken.
- Erst sind wir essen. Aber als ich die Kellnerin nach Kerzen fragte, nach Wein und Gläsern, winkte sie ab und bestellt ein Bier.
Er nimmt einen Schluck und spricht dann weiter.
- Sie hatte einen Film rausgesucht, mit genug Anspielungen .. und so zog ich sie irgendwann an mich heran. Ich küsste ihren Nacken, streichelte über ihre Haare, naja, und so weiter. Sie schnurrte. Also nicht wie Katzen, aber sie schnurrte ganz deutlich, ich sah die wohligen Schauer über ihre Unterarme laufen. Aber irgendwann begannen die deutlichen Hinweise.
Er sieht in sein halbleeres Glas.
- Sie begann zu Gähnen und so. Schließlich saßen wir wieder nebeneinander auf der Couch. Ich dachte, ich könnte über Nacht bleiben, sagte ich. Sie schüttelte ohne Zögern den Kopf. Also zog ich mich an und ging.
Er stellt sein leeres Glas ab.
- Sie blieb in der Tür stehen, während ich die Treppe hinunter ging. Auf der Hälfte drehte ich mich noch einmal um und sah sie an. Kannst du eigentlich noch etwas anderes gut, als Lächeln, fragte sie. Küssen, sagte ich. Dann komm her und beweis es!, forderte sie mich auf.
Er gibt der Kellnerin ein Zeichen und weist auf unsere beiden Gläser. Ein Nicken.
- Weisst du, eigentlich weiss man das immer erst viel später, manchmal zu spät, aber einige Treppen sollte man auch nicht wieder hinaufgehen.