Irgendwann bekam ich das Gefühl, dass ich meinen Zug verpassen könnte. Unauffällig sah ich mich im Zimmer um, ging schließlich aufs Klo und auf dem Weg dorthin durch alle Zimmer. Keine Uhr. Nirgends.
Zurück im Zimmer wollte ich nicht unhöflich sein, nicht gleich nach der Zeit fragen, nicht sofort meinen Aufbruch einleiten. Unruhig rutschte ich auf dem Sofa hin und her, setzte mich auf meine Hände, spielte mit der Unauffälligkeit.
- Hast du ‘ne Zeit?, fragte ich sie schließlich.
- Zeit? Habe ich jede Menge, sie lachte, und noch mehr seit ich keine Uhr mehr habe .
- …
- Siehst du, es ist ganz einfach. So wie heute, komm doch mal ans Fenster, sie stand auf und ich folgte ihr, siehst du das Flimmern in den Fenstern dort drüben?
Ich nickte.
- Jedes dritte Zimmer ist mit dem gleichen Flimmern geflutet.
Ich zuckte mit den Schultern. Ja, und?
- Samstag Abend, Tommy Gottschalk, Wetten dass… und die Straßenbahn gleich sagt mir, dass es halb neun ist.
Manche Dinge verstehe ich nicht. Manches hat keinen Platz in meinem Leben, aber ein Stück davon. Und meinen Zug hab ich bekommen.
November 20th 2006 Posted to
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