flimmern

Heute war so einer dieser Tage. Rein in die Wohnung, Schuhe noch an, Tür offen, kackenduschenfussballgucken weglassen und gleich n Stift in die Hand und das da aus dem Kopf auf Papier. Mit noch zitternder Hand und flimmerndem Bauch. Ich musste diese Geschichte einfach aufschreiben. Vielleicht findet sie auch den Weg hierher.
So einen Moment wünsche ich euch allen. Kackenduschenfussballgucken weglassen. Keine Zeit für was anderes. Fast wie pure, tiefe Leidenschaft. Na ja, Vorfreude. Flimmern. So einen Moment euch allen.

wie sie fallen

Die Begierde ist das Fest des Körpers, und der Körper ist das Leben.

Sabine Azema

Und im Kino: Malen oder Lieben oder für die (a)L-Burger: Peindre ou faire l’amour

informelle Gruppenbildung

Ob all’ die Camper, die sich auf ihrem heiligen Grün in alten Jogginghosen duzen, all’ die Raucher, die sich auf den verbliebenen 0,25 qm öffentlicher, rauchfreier Fläche gegenseitig das letzte Streichholz geben, all’ die Motoradfahrer, die sich auf der Landstraße, dem letzten Stück Freiheit grüssen, ob all’ diese Leute sich gegenseitig im Supermarkt vorlassen, wenn der eine zwei Einkaufskörbe mit Bananen und Klopapier hat und der andere nur eine Tüte fettarme Milch?

kugel im klanggarten

Soll’s ja geben: Zwei eigentlich ganz niedliche Paare trennen sich, sagen wir Marie + Hans und Jana + Peter, und durch des Schicksals seltsame Fügungen finden danach Hans und Jana beieinander Trost und Wärme. Aber jedes Mal, wenn ich die beiden dann zusammen sehe, denke ich doch an die alten Partnerschaften.

So geht’s mir bei Audioslave. Wenn die Gitarre einsetzt, warte ich auf die Stimme von Zack de la Roche. Wenn dann an dieser Stelle die Stimme von Chris Cornell erklingt, erwarte ich Geschichten vom Superunbekannten.

Eigentlich sind Kuppeleien ja nix, aber ich glaube wenigstens in meinen Boxen bringe ich wieder Marie + Hans und Jana + Peter zusammen.

all you need

Wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle
Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte,
und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.

1.Korinther 13,2

musik: gundermann | krams

Die Gitarre beginnt. Der Klang der Stimme zwischen Stille, Einhalt und Revolution. Erinnerung und Zukunft im hier und jetzt. Eine Träne läuft über das Gesicht, verfängt sich am Mundwinkel, der vom Lächeln gehalten wird.

Er singt und erzählt. Über Freundschaft, Heimat, Ursprung und die Rückkehr zu allem durch die Liebe. Erwachsen werden. Alt werden. Und er singt und erzählt vom Tod. Bilder im Kopf, das Herz gefüllt, Gänsehaut.
Still.
Gänsehaut. Den Film im Kopf. Das Herz läuft über.

the voice of summer

Egal wie wann wo – der Sommer hat für mich zwei Singles ausgespuckt. Ich werde tagsüber singen *du bist so schön, weil du lachst* und wenn ich dann müde vom dazu tanzen bin, dann werde ich abends bis nachts vor mich hinflüstern *Die Stadt ist heute wie ein Song und ich bin voll mit Erinnerung*. Einmal von mia und einmal von klee.
Ach ja, und *the boys of summer* gehen ja immer. Auch wenns Don Henley vielleicht nicht mehr hören mag. Ich immer wieder.

Endlich

Heute auf dem Weg nach Hause ist es mir so richtig bewusst geworden. Endlich geht es los. Als mir dieses Bewusstsein erst einmal in den Nacken gebissen hatten, sah ich es überall.

Endlich geht es wieder los.

Ich ließ mein Blick schweifen – und es seltsam entrücktes Lächeln entsprang dieser lange unterdrückten Sehnsucht. Diesem still gehegten Wunsch. Endlich.

Endlich wird es Sommer. Die Kleider werden knapper, das Lächeln der Mädels süsser. Und trotz quasi fremd- und eigenverordneter Kurzsichtigkeit und Diabetis: endlich wirds Sommer.

terra Π

Einmal drumherum. Einmal links rum. Dann rechts rum. Noch einmal ganz rum. Einmal von hinten nach vorn und dann durchgesteckt. Etwas zurecht gezogen. Und dabei singt er leise vor sich hin:

- Heaven kicked you out. You wouldn’t wear a tie.

Yeah, anyway.

Heute zwischen dem Gemüsestand und dem grünen Kunstrasen-Shirt mit Deutschlandfarben-Aufdruck ein paar Worte aufgeschnappt.

- Den Fehler machst du mit dreizig nicht mehr.

Und ich hätte diesen Fehler nur zu gern gewusst. Nur, um vielleicht widersprechen zu können – oder zu hoffen. Aber manchmal kommt es darauf nicht an.

Vielleicht find ich das mit vierzig raus.

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