Buch: Selim Özdogan | Tourtagebuch
Kein Roman, keine Kurzgeschichten. Doch irgendwie auch wieder beides. Wenn der Frage nachgegangen wird: Wie ist das so auf Tour?
Einzelne Tage verschwimmen zu einer grauen Masse an Erinnerungen, aus der einige dann hervorstechen und insgesamt bleibt da dieses gute Gefühl. Und so wie vielleicht dieses Empfinden nach der Tour, ist auch mein Nachgeschmack nach diesem Buch. Der sich dann auch einige Zeit hält - und dann irgendwann wieder den Wunsch nach diesem Erleben weckt. Und in dieser grauen Masse, da sind alle Farben und alle Formen. Aber irgendwie halt auch die Gefahr, dass alles irgendwie verschwimmt. Dass da einige Tage keinen Unterschied machen. Essen, Lesen, Hotel, Fernsehn. Zum Hintereinanderweglesen sind diese Tage ungünstig.
Was mir im Kopf geblieben ist, sind einige Momente mit guten Menschen, mit Rechtfertigungen und mit einigen Perlen. Daneben Tipps für Bücher und Musik und auch tiefere Gedanken.
Das Tourtagebuch wird, vielleicht kann es auch nicht, den Anspruch haben, den ein Roman hat. Leider hat es nicht die Poesie und die Worte nicht die gewaltige Kraft von Die Tochter des Schmieds.
Der Hauptgrund sich das Tourtagebuch zu kaufen wird dann wohl auch sein, dass man gucken will, was da so über die Lesung steht, auf der man selbst war.
Oder auch einfach nur, weil Selim wirklich gut schreibst. Und, wenn er dem Leben seinen Stift borgst, kann bei den beiden Beteiligten was gutes rüberkommen.
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