klugmeierei pt. 2

Euphemismus (lat.): bezeichnet Worte oder Formulierungen, die einen Sachverhalt beschönigen, verhüllend oder verschleiernd darstellen.

“Ich möchte Ihnen für Ihre ausführlichen Ausführungen danken und diese fortführen” heißt dann wohl sowas wie “Sie haben viel zu lange Mist erzählt, aber zum Glück habe ich Ihnen nicht zugehört.”
Oder auch: “Die Musik war sehr eingängig und trotzdem aufschlußreich” heißt dann wohl “Ach, du große Rübezahl, drei Akkorde und auch die lernen Sie erst Übermorgen.”
Oder auch : “Na, der Weblog-Eintrag war am Rande der Relevanz…”

Stille

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.

Fr. Nietzsche

Rückkehr

Wer bin ich, Herr, und was ist mein Haus, dass du mich bis hierher gebracht hast? ( 2. Samuel 7,18)

Ich denke an die Zeit, da ich noch relativ regelmäßig zum Kampfsport gegangen bin. Regelmäßig: Also je nach Kinoprogramm. Und ich denke daran, dass man den weißen Gurt von Anfang an tragen durfte. Irgendwann erzählte mir dann jemand, dass die höchste Weihe der 10. Dan sei. Und, dass das auch wieder ein weißer Gurt sei.

Ab da an habe ich nie nach einer Prüfung gestrebt. Könnte ja sein, dass ich vielleicht schon am Ziel dieses Kreises angekommen war?

Multiple Orgasmen, das Universum und der ganze Rest

Ich habe ja neulich gehört, dass der Orgasmus eines Schweins 30 Minuten dauert und ein Blauwal 1600 Liter Ejakulat verspritzt.

Irgendwann habe ich mir eine eigene Theorie gebildet, wonach der Urknall nichts weiter als der allerste Orgasmus war. Und wenn man dann so bedenkt, dass das Weltall wohl unendlich ist..

ne prise

Man könnte sich fragen, welche Endung man hätte oder welches Betriebssystem man wäre. Aber ich bleibe lieber bei Dingen, von denen ich auch keine Ahnung habe. Gewürzen. Hier zum selber testen.

Buch: Terry Pratchett | kleine freie Männer

Terry Pratchett mit einem Scheibenweltroman. Lag schon länger bei mir, was man wohl daran merkt, dass das Buch internen Quellen (link) zu Folge angeblich demnächst als Film veröffentlich werden soll. Also hier ein Rückblick mit einem Ausblick.

Tiffany lebt als Kind auf einer Schafsfarm. Sie denkt tiefer, als viele andere und sucht auch schon mal Bildung im Werte eines Apfels und einer Karotte. Bis sie einmal Unterricht bei einer Hexe bekommt und lernen muss, dass sich Welten manchmal so nahe sind, dass sie sich berühren, durchdringen und böse Feen kleine Kinder stehlen. Und dann müssen größere kleine Kinder aufbrechen, um die kleineren kleinen Kinder von den bösen Feen zurück zu stehlen.

Was sich hier wie ein Märchen anhört, ist wohl nicht sehr weit davon entfernt. Und wer sich in der Scheibenwelt von Terry Pratchett erst einmal verloren hat, will sich manchmal auch nicht so leicht wiederfinden lassen.

Obwohl mir in diesem Buch einige liebgewonnen Figuren wie Oma Wetterwachs, Tod und auch der Zauberlehrling dessen Name mir grad entfallen ist.

Und daran, dass ich hier ins schwärmen kommen, ist vielleicht auch zu merken, dass dieser Pratchett nicht so fesselnd und irre (liebenswürdig) ist, wie zum Beispiel “Alles Sense” oder “Gevatter Tod”.
Aber wer mit diesen beiden Büchern seinen Einstieg und an der Scheibenwelt gefallen gefunden hat, der liest dann vielleicht auch “kleine freie Männer”.

black flat pill therapy

Und da stehe ich dann. Höre die Lieder, die Namen tragen, Erinnerungen, Bilder, Gefühle. Meine Prinzessin, die Elfe, meine Muse, mein Paris und vielleicht auch Namen dazwischen. Und Ereignisse ohne Frauennamen. Wilde Pogomengen, Tinitus, Endorphin, Schweiß, Testosteron. Rostock, Cottbus, Berlin. Potsdam, Zwickau, Berlin. Und immer wieder Berlin. Mit voller Kraft, manchmal mit halber, aber immer: Energie. Und dann stehe ich da. Vielleicht ein T-Shirt in der Hand. Vielleicht ein letztes vinyl. Auf jeden Fall diese eine Form von Therapie. Vorn in der Pogo-Menge. 14 Jahre später. Und immer weiß ich noch nicht viel mehr. Bin mir manchmal über gleiche Dinge unsicher. Und auch wenn die Band geht: die Musik bleibt. Irgendwo schließt sich immer ein Kreis.

16. Februar 2006. Such A Surge live im SO36, Berlin-Kreuzberg.

SMS

Träumst du grad? Schwirren Engel durch deine Träume? Lächelst du im Schlaf? So stell ich mir dich gerade vor. Ich lächel dabei, träum von einem Engel. Träum von dir.

..nehm in den Arm, geben Geborgenheit, weinen heimlich

Die Musik auf den Ohren stehe ich in der S-Bahn. Und klar schaue ich mir die Leute an. Wie auch dieses Päarchen direkt vor mir. Fünfzehn, vielleicht sechszehn. Er streicht ihr immer wieder sanft irgendeinen Fussel, irgendwo von der Jacke. Und auch sie fässt nach ihm, vielleicht etwas grober als er, aber genauso oft. Beide grinsen einander immer wieder an. Oder sie redet und er lächelt. Zwischen zwei Liedern kommt kurz nur Rauschen aus meinen Kopfhörern. Und so höre ich einen Satz von ihr.
- Ich bräuchte ja einen richtigen Mann.
Seine Hände erschlaffen, sein Blick bricht. Nur ihr Grinsen besteht weiter. Sie hatte es bereits gewusst.
Und dann ist da wieder Musik auf meinen Ohren. Und die Geigen bei ihm sind verstummt.

film: walk the line

Egal was ich hier schreiben würde: an der Musik von Johnny Cash könnte und würde ich nicht kratzen wollen.

Zum Film. Auch wenn das bekannte Lied im Film vorkam, für mich brannte da kein Feuer. Der Darsteller erinnerte mich mit seiner Mimik an einen Priester in einer Lovechapel von Las Vegas im Elvis-Kostüm und auch die verzweifelte Sehnsucht, die verwunschene Liebe zu June Carter kam für mich nicht im vollen Außmaß rüber. Vieles mußte man unter der unbeweglichen Miene erahnen.

Der Film ging trotz der 135 Minuten recht schnell vorbei. Viele Bilder werden nicht bleiben. Höchstens das eine oder andere Lied.

Kein Vergleich zu Ray.

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