sohnmännerfrauending

Sie ruft etwas pathetisch bis melodramatisch an. Müsste etwas mit mir besprechen, möglichst noch diese Woche, aber nicht am Telefon.

Etwas neugierig bin ich ja doch. Oder vielleicht lege ich mir auch gern nur ein, zwei Worte zurecht. Überlege mir theoretisch mögliche Gründe fürs Treffen.

Wie es Zufälle wollen, stehen wir gleichzeitg vor der Tür. Ich nehme sie mit hoch, ihr den Mantel ab - und auch den kleinen Mann, der in ihrem Arm gerade aufwacht.

Wir setzen uns und ich platze gleich los.

- Klang ja sowas von dringend, dein Anruf. Aber bevor ich es vergesse.. gleich vorab noch eine Sache, dann kannst du wieder. Ich wäre auch gern für deinen Jüngsten Patenonkel.

Ihr offener Mund bleibt erst still.

- Ja… dann kann ich wieder fahrn. Deswegen bin ich heute hier…

Und dann bleibt uns eigentlich auch nix anderes. Als zu lachen.

season greetings

Der Weihnachtsmann ist auf leisen Sohlen ins Wohnzimmer geschlichen, hat die Geschenke unter dem Baum drapiert und gerade, als er umdrehen will und mit seinen Rentieren wieder Richtung Norden, sieht er eine halbnackte, sexy Frau auf der Couch liegen.
Und er denkt:
- Wenn ich es tue, komme ich nicht in den Himmel zurück… tue ich es nicht, komme ich nicht wieder durch den Kamin.

egal

Du konntest hier Thomas oder Ronny heißen
das war egal
Warn alle nur Teig für’s Waffeleisen
das war egal
Dick oder doof, schnell oder arm
das war egal
Hier war ja nur ne Melancholikerfarm
das war egal
Wir brachen auf und wir brachen ein
das war egal
Warn alle nur Tropfen aufn heißen Stein
das war egal

hier in dreizehnzehn, in dreizehnzehn

nach gundermann

inselfieber

Vielleicht sind Menschen wirklich keine Inseln. Leben nur auf welchen. Und dann war der Kuss, den sie ihm zugeworfen hat, eine Fähre. Und der erste Schritt, den er ging, sein Ticket.

und keiner weiß

Das Leben ist schon ne seltsame sneak-preview.

polaroit

Es gibt so Momente, da denkst du an Personen und wenig später klingelt das Telefon. Und du freust dich einfach, weil da wohl irgendwer draußen deinen Gedanken gehört hat..

Aber dann siehst du eine Filmwerbung, du liest den Namen der Hauptperson dieses Filmes, die liest etwas von nach einer wahren Begebenheit und dir kommen all die Worte in den Sinn, die diese Person über seine Profession immer so allgemein unverständlich in den Raum geworfen hat bla, bla,.. consulting.., bla, bla, .. riddleware, blablabla, Bank, bla, bla…
…und dann fragst du dich doch ab einem gewissen Punkt dieser Gedankenlawinen, ab wann du eigentlich lieber hättest zuhören sollen - oder nach mehr weghören.

Es gibt so Momente, da denkst du an Personen und wenig später klingelt das Telefon. Und dann denkst du just because you’re paranoid..

Film: a history of violence

Der Dinner-Besitzer Tom Stall wird durch einen Überfall unfreiwillig zu einem lokalen Helden und auch zu einem Thema im TV und Printmedien. Dadurch werden Gangster auf ihn aufmerksam, die ihn für einen ehemaligen Profi-Killer halten. Und mit diesem Profi haben sie noch eine Rechnung offen.

Laut Ankündigungen in einigen Zeitungen und Flyern soll A history of violence gesellschaftskritisch sein. Mit dem Kleinbürgertum und dessen Schatten spielen. Mit der Auswirkung des allgegenwärtigen Bush. Dieser Ansatz (oder Anspruch) kam für mich nicht so deutlich rüber. Vielmehr die leise Frage danach, was wir über unsere Lieben wissen. Oder vielleicht auch manchmal nicht wissen wollen. Wobei diese Frage schnell hinter der Gewalt verblasst.

Nichtdestotrotz ist A history of violence ein guter Film. Nicht gesellschaftskritisch, dafür mit Anleihen der Mafia- und Gangsterfilmen und immer wieder mit einigen Lachern.

Meine Wertung: 7 von 10.

P.S. Ein Lacher für mich war dann noch im Abspann versteckt. Der Dank an alle die Leute “for making this movie possible” ging unter anderem auch an das “St. Johans Rehab Hospital”. Hallo, Betty Ford?

Ein Gefühl

Ein Gefühl wie koffeinfreie Diätcola, ohne Zucker, nur der Geschmack von klebrigsüßer Gleichgültigkeit. Wie Zigarettenmarken mit Namen wie Wilder Wolf - lights. Wie gebrannte Mandeln mit Kopierschutz.
Es lebt nicht. Passt nicht. Bleibt nicht.

süchtick

Er hält ihre Hände in seinen und seine Daumen streicheln gedankenverloren über ihre Haut. Sein Blick haftet dabei ebenso an ihren Händen. Er legt den Kopf schief und lächelt. Als wolle er etwas sagen. Vielleicht in der Art wie:
- Ich bin süchtig nach dir.
Sie würde ihn ansehen und da läge soviel in ihrem Blick. Vielleicht auch nur Platz für alles außer Interpretation. Und vielleicht würde sie so etwas sagen wie:
- Sucht ist immer ein Zeichen dafür, dass man immer noch sich selbst sucht.
Und dann würde er wieder auf die Suche gehen.

Aber sie schweigen beide.

mitgefangen - mitgehangen

In den achtziger Jahren war es Flipper und immer wieder waren es die Wale und eigentlich auch immer die Robben. Die Bewohner der Meere und Wasser waren schon immer auf den Fanglisten und Schlachttischen der Welt. So richtig schien es immer die so genannte “obere Schicht” nie interessiert zu haben.
Jetzt wo es eine andere Fischart betrifft, könnte sich das ja vielleicht ändern. Aber vielleicht soll diese Meldung auch nur den Preis in die Höhe treiben…
Die New York Times meldet, dass die Ausfuhr von Kavier gestoppt werden soll.

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