Filmriss
Sie steht vor ihm. Fast kann er ihren Atem spüren. Er hat Gänsehaut. Doch das Kribbeln hat eine andere Ursache. Redet er sich ein. Sie hält seinem Blick stand. Selbst als sie seine Hand nimmt. Sie über ihren Bauch führt. Über die Hüfte. An die Stelle dazwischen. Leicht drückt ihr Finger seinen in den Stoff. In das Fleisch darunter.
Dann greift er nach ihrer Hand. Legt sie auf die Wölbung.
Keine Bewegung.
Kein Atmen.
Keine Zeit.
Einen Moment lang.
Dann neigen sie ihre Köpfe. Zueinander. Ihre Lippen berühren sich. Die Hände ruhen weiter.
Dann küssen sie sich. Langsam. Forschend. Als würde ihre Lippen eine Frage formulieren.
Er öffnet die Augen. Schüttelt den Kopf. Versucht die Bilder erst von seinen Augen zu schütteln. Dann aus dem Kopf. Sie haften erst. Wie vergangene Winde. Wie angebrannt.
Dann sind sie weg. Und sie sagt:
- Die wilden Zeiten sind vorbei.
In ihren Augen so etwas wie ein gerissener Film.