wissn

Er liest im Manuskript. Unterstreicht, streicht, lacht leise oder in sich hinein, lässt die Gedanken kreisen, runzelt die Stirn.

Wenn die Gedanken eine Pause vom Wandern brauchen, sieht er auf, betrachtet sie von der Seite. Wie sie da sitzt und ihre innere Welt mit jedem Pinselstrich in die äußere Welt legt. Wie sie malt, was sie im Herzen trägt. Diesen einen Tag im August. Den Himmel an diesem Tag. Den sie beide gesehen haben. Nebeneinander liegend, Hand in Hand. Wie in einem kitschigen Film oder Weblogeintrag.
Er würde nicht einmal behaupten, dass er den Hauch einer Ahnung hätte wie er Glück buchstabieren sollte, in Worte fassen, pressen, bannen.

Aber es gibt so Momente, da lässt er es auf einen Versuch ankommen.

Rezept: Curry Kokos Suppe

Dem allgemeinen Trend folgend: heute die cornflakesblaue Kochsendung. Es gibt eine Curry-Kokos-Suppe in der Kategorie lecker.

Zutaten:

1 rote Paprika
1 gelbe Paprika
1/2 Gemüsezwiebel
400g Kartoffeln
200g Mohrrüben
1 El Curry + 10g Ingwer
1 Liter Gemüsebrühe
250 ml Kokosmilch
150g rote Linsen
mit Salz, Pfeffer und Limettensaft abschmecken

Zubereitung:

Gemüse würfeln, in Butter andünsten, Curry und Ingwer dazu geben, 5 min braten und mit Brühe ablöschen, Kokosmilch + Linsen dazu, 10 min kochen

musik: dadafon | lost love chords

Wie soll ich ein Album bewerten, bei dem die eine Hälfte der Lieder irgendwann eine einzige melancholische Masse wird und die andere Hälfte einfach nur anfixt? Wobei das eine dazu führte, dass ich nicht mehr wußte, ob ich den Titel nicht eben schon einmal gehört habe und ich einen anderen Titel sofort wieder hören wollte.

Auf dadafon bin ich durch den Film Factotum gestoßen und wenn es ein einziges Lied auf den Soundtrack schaffen mußte, dann slow day. Was sich vielleicht auch ganz von allein ergibt, weil der Text von Bukowski ist. Und die Stimme der Sängerin.., so muss die Frau klingen, die Bukowski verflucht und der er verfallen ist.
Anspieltipps: slow day, I wish to weep und als Kontrast when did you leave.

Gelegenheiten zum hören: Badewanne, zugfahrend aus dem Fenster schauen

Und noch ein unbewerteter Tipp zum Ende: barfly soll gerüchteweise der bessere Bukowski-Film sein.

blitzinfo

Hier die aktuelle Wasserstandsmeldung von der Weser:  3 : 1 Meter Tränenflüssigkeit!! Die waren alle so gemein,.. und der Platz,.. und die schlimmen Schüsse aufs Tor, einfach so…
Und jetzt alle: Was ist grün und riecht nach Fisch? Werder Bremen!! (…)

himmlische Herrcaren

Gestern fuhr ein Auto vor mir, mit einem dieser Heckscheibenwerbungen. Und da las ich:

Thur’s Angel Service.

Und irgendwie kam mir der Gedanke kann ich da Schutzengel bestellen? Mir fielen auch sofort ein, zwei mögliche Adressaten ein. Oder vielmehr könnte das auch ein Service für Engel sein.

Flügel-General-Überholung mit TÜV und AU für 23,42 EUR oder mal ausspannen und jeden Tag ein Gebot brechen mal wieder einfach Zeit haben für Sachen wie Kino, Kaffee trinken oder bei Rot über die Ampel gehen. Wer weiß schon, wovon Engel träumen..

Irgendwann, als ich mir die Träume von Engeln im Wechsel zwischen schwarz-weiß und Farbe ausgemalt hatte, kam mir dann doch noch ein anderer Gedanke: Vielleicht geht’s ja ums Angeln…?!

Aber ne Urlaubspension für Engel…. das wär doch auch mal was. Meine Schutzengel hätten’s verdient.

..as we know it

Heute im Gespräch über Zukunft und die Aussicht darauf ist ein Satz gefallen, den ich hier wiedergeben möchte.

Aus Angst vor der Zukunft keine Kinder in die Welt zu setzen, ist wie aus Angst vor dem Tod Selbstmord begehen.

Hat er wohl Recht mit. Und dann fiel mir noch ein Groschen. Gelegentlich sagt er beim Essen über den Abend zuvor so etwas wie:

- Ich hab gestern Abend versucht, die Welt zu retten.

Wobei versucht wohl erstens auf Versuchung hinweist, dem Nachgeben dieser Versuchung und vor allem auf Verhütung.

Sei’s drum. An dieser Stelle der Aufruf: gehet hin und … rettet die Welt.

Film: dark horse

- Ich kann kein Vater sein. Ich lese nicht einmal die Zeitung.

Daniel schlägt sich als Graffiti-Sprayer durchs Leben. Ohne Verantwortung für sich oder das Leben anderer. Und das Leben meint es gut dabei mit ihm. Alles scheint sich immer von allein zu regeln.

Bis er die Bäckerin Franc kennenlernt und er sich entscheiden muss. Freundschaft? Liebe? Verantwortung.

Der Film ist zu großen Teilen in schwarz-weiß und teilweise sehr grobkörnig. Sehr schöne Bilder, manchmal schräge Dialoge. Einziger Minuspunkt: im zweiten Drittel hat der Film einige Längen, die aber danach mit einer meiner Lieblingsszenen im Film aufgewogen wurde.

Gedanke I und II

I.

Ich hab seit ca. einer Woche den Fernseh nicht an gehabt. Vielleicht zwei. Und jetzt überlege ich was das aussagt. Wenn ich das extra betone.

II.

Beim einloggen in Word Press fragt mich ein Fenster nach meinem Passwort. Und gibt mir die Möglichkeit, dass ich einen Haken setze. Eine Haken bei remember me.

Auf die eine oder andere Art wünschen wir uns wohl alle, einen solchen Haken setzen zu können.

homäosympathisch

Wo ich neulich bei Ölfaktometer war:

Eine ältere Frau geht zum Arzt.

- Herr Doktor ich bin Opfer eines eigenartigen Phänomenes. Ich pupse am laufenden Bande, aber die Pupse sind weder hörbar, noch riechen sie. Sehen Sie: während ich in Ihrer Praxis bin, habe ich bestimmt schon fünfzehn mal einen fahren lassen und .. nichts.

Der Arzt verschreibt ihr ein Mittel und bestellt sie für eine Woche später wieder zu sich.

- Herr Doktor! Was haben Sie mir da gegeben? Die Pupse sind zwar immer noch lautlos, aber dafür stinken sie gewaltig…

- Gut. Ihre Nase funktioniert wieder. Jetzt kümmern wir uns um ihr Gehör.

Filmriss

Sie steht vor ihm. Fast kann er ihren Atem spüren. Er hat Gänsehaut. Doch das Kribbeln hat eine andere Ursache. Redet er sich ein. Sie hält seinem Blick stand. Selbst als sie seine Hand nimmt. Sie über ihren Bauch führt. Über die Hüfte. An die Stelle dazwischen. Leicht drückt ihr Finger seinen in den Stoff. In das Fleisch darunter.
Dann greift er nach ihrer Hand. Legt sie auf die Wölbung.
Keine Bewegung.
Kein Atmen.
Keine Zeit.
Einen Moment lang.
Dann neigen sie ihre Köpfe. Zueinander. Ihre Lippen berühren sich. Die Hände ruhen weiter.
Dann küssen sie sich. Langsam. Forschend. Als würde ihre Lippen eine Frage formulieren.

Er öffnet die Augen. Schüttelt den Kopf. Versucht die Bilder erst von seinen Augen zu schütteln. Dann aus dem Kopf. Sie haften erst. Wie vergangene Winde. Wie angebrannt.
Dann sind sie weg. Und sie sagt:
- Die wilden Zeiten sind vorbei.
In ihren Augen so etwas wie ein gerissener Film.

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