herbstgeschichten

    Gestern den größeren von den kleinen Spatzen ins Bett gebracht. Zwei Gute-Nacht-Geschichten vorgelesen, Abendgebet gesprochen und mich dann mit dem Oberkörper so aufs Bett gelegt, dass der Kleine beim Einschlafen in meinen Haaren wühlen könnte. Ich spürte die kleinen Fingerkuppen auf meiner Kopfhaut, den Atem an meinem Ohr und irgendwann das leichte Zucken seines Armes.
    Es dauerte noch eine Weile bis sein Atem fast vollkommen gleichmäßig war und sein Zucken wieder nachließ. Da spürte ich mittlerweile das Stechen im Bein. Und irgendwo zwischen dem Frieden der Szene, in der ich mich befand und dem Film der leise hinter dem Vorhang meiner Gedanken spielte, rutschten mir Bilder vor mein Auge. Von dem Unfall, der irgendwann mal die Ursache für das Stechen im Bein war.
    Von dem Glück, das ich gehabt hatte. Von den Jungs, die nicht so viel Glück gehabt haben. Bei denen das Ende aller Möglichkeiten, aller Chancen, aller Wünsche an einem Baum  lauerte, an einem Brückengeländer, im Gegenverkehr, in den Abgasen des eigenen Wagens.
    Ich habe Glück gehabt. Habe es immer noch. Manchmal hat diese Erkenntnis einen bitteren Preis. Oder einen süßen. Wie Gestern Abend.
    – War schön, dass du da heute hier warst, Björn. Bleibst du noch bis ich schlafe?
    – Na, klar.

zukunft

    Die Zukunft ist die kleine, blasse Frau, die in Zeitlupe aus meinem Zimmer geht. Und meine Sache ist, wie ich sie lasse. Schiebe, werfe oder nach ihr fasse.

    Gundermann

bill gates gut

    Frisch gehört, mein Satz des Tages.
   
- Das klang so echt, als hättest du dir das ausgedacht.

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the throwing stones

    Ich sehe dem Stein nach. Sehe ihm nach, wie er durch die Luft fliegt, hinaus auf den See, um darin zu versinken. Ob er sein Gesicht der Sonne zu drehen würde? Würde er sich Gedanken machen, ob es nach der Wasseroberfläsche weitergeht? Was unten auf dem Boden des Sees auf ihn wartet? Oder wer?
    Ich sehe den Stein seltsam langsam versinken. Dann sehe ich die Wellen auf dem See.

    Ich denke an die Menschen, für die ich vielleicht so etwas wie diese Wellen bin oder sein werde. Oder vielleicht ein Stein. Sie für mich. Ich für sie. Und dann baue ich mir aus all den Steinen eine Mauer und lege mich in deren Schatten.

Nein Elfen

    Heute jährt sich der Mauerfall mal wieder. Und damit das andere nine eleven. Nämlich das nine eleven der Deutschen Demokratischen Republik. Und das ganze kommt mir eigentlich nur in den Sinn, weil ich bei Alex das folgende gelesen habe:
    People should not be afraid of their governments, governments should be afraid of their people.

Lichtgestalten

    Wenn wir alle Geschöpfe des Lichts sind, ist es vielleicht auch kein Wunder, dass wir manchmal einen kleinen Schatten haben.

zurück in den tagen pt.2

    Die letzte Schraube ist gelöst, das letzte Brett zerborsten, alles in kleinen Teilen. Ein neues Bett löst das alte ab. Und weil ich zu dem kleinen Haufen Schutt keine Bindung habe, aber wohl auf irgendeine komische Art und Weise zu dem Bett, das der Haufen Schutt vorher war, kommen dann doch die Bilder und Gedanken.
    Von den Kumpels, mit denen ich getrunken hab. Gelacht. Gequatscht. Von den Kindern, mit denen ich darauf rumgetobt bin. Und von den Frauen.. von den Frauen.
    Und dann geht es den Weg, den alles irrdische geht. Asche zu Asche und Bett zu Sperrmüll.