zurück in den tagen

    Beim Aufräumen ist mir eine alte CD-Rom in die Hände gefallen. Ein Spiel, dass ich früher gern gespielt habe. Noch im Zimmer bei meinen Eltern daheim.
    Irgendein Gedanke ließ mich die Rom in den Rechner schieben und das Spiel installieren. Binnen ein paar Minuten war alles wie früher: ich tief mit den Gedanken im Spiel, das Radio spielte laute Musik.
    Na gut, etwas hatte sich doch geändert: die gleiche Musik wie damals läuft heute auf einem anderen Sender (aber ich singe immer noch laut und falsch mit), die Wohnung ist nicht mehr die Wohnung meiner Eltern, Dynamo Dresden nicht mehr in der Bundesliga.
    Aber bevor ich jetzt in geschichtsträchtiger Melancholie versinke, mache ich die Musik noch einen Tick lauter und freue mich auf die Fehlermeldung im Spiel, die mich früher auch mit zweifelhafter Freude erschaudern ließ: *Mach’s gut und danke für den Fisch*
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jetzt

    Wie sagt Michel Birbaek?
   
- Ich wünsch dir einen glücklichen Moment. Jetzt.
    Ja.

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Stattplan

    Ich wollte Gott lachen hören. Ich habe ihm meine Pläne erzählt.

augen auf

    In der S-Bahn.  
   
- Als Kind habe ich oft auf einem Hügel gesessen. Es war nicht der typische Hügel mit dem Blick über die Stadt. Eigentlich war da gar kein Ausblick. Aber ich mochte ihn. Also den Hügel.
    Sie gluckst etwas und er stutzt. Nur kurz.
   
- Dann habe ich da oben gesessen und mir vorgestellt, dass ich da ewig sitze. Und habe mir ausgemalt, wer mich sucht und wie lange es dauert, bevor überhaupt einer anfängt zu suchen.
    Sein Blick sucht etwas. Vielleicht einen Halt.
   
- Und ich habe mir vorgestellt, wer mich finden würde. Lange ist mir keiner eingefallen. Eigentlich ist mir niemand eingefallen.
    Wieder dieser Blick.
   
- Ich habe überlegt, ob das einen Unterschied macht. Eigentlich gibt es ja nur zwei Möglichkeiten: ich wäre oben geblieben und hätte es drauf angelegt – oder ich wäre vom Berg runter und hätte jemanden gesucht, der mich dort oben finden würde.
    Sie nimmt seine Hände, zieht ihn zu sich, küsst ihn.
   
- Ich hab dich gefunden.

Das Phantom der Oper

    Mein Paris hatte heute einen anonymen Brief in der Post. Mit einer Theaterkarte für morgen.
    O.k., zugegeben: gute Variante. Aber wenn ich den Absender zu fassen bekomme, …. dann erzähle ich dem alles, was mir früher die Kerle von Mädels erzählt haben…

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Manchmal werde ich sowas gefragt

    Manchmal werde ich gefragt, was eigentlich cornflakesblau bedeutet. Mir fällt keine gute Antwort ein. Genauer gesagt: mir fällt keine Antwort ein. Oder keine andere Antwort, als etwas zu klauen.  

    Mein Name – aus “In Wassermelonen Zucker” von R. Brautigan (Auszug)

   Ich glaube, Sie sind irgendwie neugierig darauf, zu erfahren, wer ich bin, aber ich bin keiner von denen, die einen richtigen Namen haben. Mein Name hängt von Ihnen ab. Nennen Sie mich einfach nach dem, was Ihnen gerade durch den Kopf geht.
    Vielleicht hat es stark geregnet.
    Das ist mein Name.
    Vielleicht war es ein Spiel, das Sie als Kind gespielt haben, oder etwas, das Ihnen einfach so und ohne Grund eingefallen ist, als Sie alt waren und in einem Sessel am Fenster saßen.
    Das ist mein Name.
    Oder Sie sind irgendwo hingegangen. Und überall waren Blumen
    Das ist mein Name.
    Vielleicht haben Sie lange in einen Fluß geschaut. Neben Ihnen war jemand, der Sie liebte. Er wollte Sie berühren. Sie spürten es, bevor es passierte. Dann passierte es.
    Das ist mein Name.
    Vielleicht haben Sie im Bett gelegen, waren kurz vorm Einschlafen und lachten dann noch über etwas, einen Witz, den Sie sich selbst erzählt haben, und es war schön, den Tag so zu beenden.
    Das ist mein Name.

Alter ego

    So schnell geht das: gestern noch im Sandkasten und heute werd ich mit ‘Opa’ angesprochen. So schnell geht das. Und da muss ich doch auch mindestens zwei wichtige Ereignisse verpasst haben, wo ich doch – meinem Wissen nach – noch keine Kinder hab.
    Aber, hey!, ich bin knapp zehn mal so alt wie der kleine Wurm, der zu mir ‘Opa’ gesagt hat. Das macht die Sache nicht besser, aber verständlich. Aus Kinderaugen. Ich verbuche das unter ‘älter werden‘ und dann gehts gleich wieder ab in den Sandkasten.

drittens

    Der Herbst raschelt unter meinen Füßen in dieser bunten Welt. Ich tanze mit den fallenden Blättern. Und dann greife ich nach ihrer Hand. Wir tanzen.

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spam

    Heute die erste spam-email erhalten, die ich auch geöffnet hab. Die erste Satz war einfach zu ansprechend für mich. Aber urteilt selbst:

    Our Constitution protects aliens, drunks, and U.S. senators.    
    Egotism is the anesthetic that dulls the pain of stupidity.  
    A minute’s success pays the failure of years.    

    Memory feeds imagination.         
    Nothing ever goes away.

    Ach, ja, es ging natürlich um das Wundermittel, dass der Schwerkraft und dem Alter des Mannes trotzen soll.

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    Wie einer Erinnerung entflohen, in der Gegenwart gefangen. Reißt sie mit ihren staubigen Fingern meine Flüße von den Wangen. Horizont und nie endende Steppe an einem klaustrophobischen Orte. Meine Lippen brennen, meine Seele fleht. Doch mir fehlen die

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