Musikstunde.

    Wie mag der anatolische Blues klingen, den Selim Özdogan in seinem Buch Die Tochter des Schmieds erwähnt? Führt er den Schmerz des Lebens in leisen Worten auf? Erzählt er von ebenso leisen Personen, die dem Zuhörer Platz lassen? - Platz lassen für die eigenen Gedanken, weil sie sich selbst zurück halten?
    Erzählt der anatolische Blues von den kleinen Momenten, in denen man Glück erahnen kann? Erahnen im Schatten der großen Dinge? Und die Menschen - zwischen diesen kurzen Momenten und den langen Augenblicken - überstehen sie aus Kraft, aus Stärke, aus Trotz oder einfach nur, weil es weiter gehen muss?

    Wäre dieses Buch eine Jahreszeit, so wäre es der Herbst. Ein Herbst mit den ersten Zügen des Winters. Mit einem leisen Nordwind. Mit Geschichten. Mit Tee. Mit einem Lächeln. Trotz der Tränen.

Comments

  1. Ina.
    April 10th, 2005 | 18:49

    … besonders den zweiten Absatz find ich sehr treffend.
    Gutes Buch,
    anders als gewohnt,
    aber wirklich gut.

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