In der Rapmusik kennt man das ja: jeder muss mal angeschossen worden sein oder Drogen vertickt haben, dass seine Musik hörbar wird. Selbst der Stern wollte sich in seiner Ausgabe 10/05 dieser Logik nicht entziehen. So wurde das neue Album von 50cent mit der Schlagzeile “Der Rapper 50Cent war mit zwölf Drogendealer, wurde niedergeschossen und macht heute Millionen” angekündigt. Eine objektive Plattenkritik beginnt anders.
Bisher habe ich diese Automatik immer etwas belächelt…
Auf einer website hatte ich mal den Hinweis gelesen, dass, wer Tom Liwa mag, auch Kettcar mögen könnte. Also habe ich mir “du und wieviel von deinen Freunden” eben jener Musikkapelle zugelegt - und nach den ersten Takten des zweiten Liedes beiseite gelegt. Nur eine weitere Pop-Platte, schien es.
Dann habe ich in der online-Version des Spiegel einen Artikel über die neue Scheibe von Kettcar gelesen und wurde aufmerksam. Kettcar hießen früher mal but alive und habe unter diesem Namen auch unter anderem einen Text zum Album “Schweineherbst” von Slime beigesteuert.
Von da an standen die Chancen für Kettcar wesentlich besser. Und mit dieser zweiten Chance klingt das Album nicht so schlecht. Es wird eine dritte, vierte.. Chance bekommen.
Anscheinend gibt es sie doch: die street-credibility in der deutschen Popmusik.