jam the radar

Heute beim Auofahren hat mich die Zeile aus einem Lied an etwas erinnert.

Ich war mit einem Kumpel im Taunus unterwegs. Und es war dieser perfekte Himmel über uns. Es fällt mir kein passenderes Wort ein als perfekt. Die Farben, die Wolken, die Stimmung. Perfekt. Und ich sagte so etwas wie:
- Wenn der Himmel in einem Computerspiel aufgetaucht wäre, würde jeder sagen: viel zu unrealistisch.
Mein Kumpel nickte und gab zustimmende Laute von sich.

Wie weit sind wir eigentlich schon, dass wir die Realität an der Fiktion messen?

Die Zeile heute im Auto war übrigens: Future’s made of virtual insanity.

multiple choice

Wenn man sich das mit den Jungs und Mädchen so alles anschaut, kann man schon die abstrusesten Theorien entwickeln. Aber im Enddefekt läuft wohl vieles auf zwei Varianten heraus.
Entweder ist das alles Zufall - oder eben so etwas wie Schicksal.

Unter dem Mikroskop dieser beiden Varianten: Wie wäre das, wenn sie bei ihrem zweiten Date Nasenbluten hatte und er ihr einfach einen kalten Lappen in den Nacken gelegt hat?
Und noch mehr: bei ihrem dritten Date hätte er Magen- und Darmgrippe und sie hätte ihm beigestanden?

Für welche von beiden Theorien würde das sprechen?

Formel triple X

So einfach ist das nämlich. Amerikanische Forscher haben eine Formel entwickelt, mit der sie nach eigenen Angaben die Erfolgsaussichten von Ehen berechnen können.
Sie lautet für die Frau: a+r1·w(t)+ihw[h(t)]=w(t+1)
und für den Mann: b+r2·h(t)+iwh[w(t)]=h(t+1).

Für mich interessant: die Anordnung der Linktipps. Zum Anfang noch durex.com empfohlen, später eine Online Eheberatung. Aber sicher ist das nur Zufall.

Also schnell mal nachrechnen und nötigenfalls eine Rechtschutzversicherung abschliessen.

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ein sturm verwegenheit

aus einem blick wie feuer

oder

stille wie vulkangestein

ruhe wie der letzte einsiedler

und irgendwo dazwischen

wir

und

alles

noch einen drauf

Gestern war es bei mir schon einmal Thema. Heute noch mal. Es gibt wieder so etwas wie eine neue Daily Soap. Auf wildtiere-live.de kann man laut Süddeutscher Zeitung den Alltag von Wildschweinen per Webcam erleben.

Durchschnittlich wurde die Site 1,7 Millionen je Monat aufgerufen. Das ganze scheint sympathisch. Keine gespielten Gefühle im Spiel um Zuschauergunst, kein Poppen für die Quote und keine schlechten Singles von Aussteigern.
Aber mal gucken, wann die ersten Bilder von Überwachungskameras aus defekten Zigarettenautomaten übertragen werden.

endlich

Endlich eine Sendung mit wissenschaftlichem Hintergrund. In England soll ein Dorf eine Woche ohne Frauen zurecht kommen. Das Format soll laut bbc jedoch nicht allein zur Unterhaltung (und Bloßstellung der Männer) dienen, sondern neue Aspekte der Sozialisation zeigen.

Ja, klar doch. Und als nächste so spannende Reality-Shows wie Kühlschränke ohne Toaster, Autos ohne Duftbäumchen und endlich Fernsehen mit vernünftigen Sendungen.

präventiv

Nun ist es halboffiziell: Camilla Parker-Bowles ist laut FHM die “unsexiest Women” des Jahres 2005. Ist das der Beweis das Liebe blind macht? Oder nur wieder eine ungerechte, populistische Veröffentlichung?
Immerhin taucht Dr. Angela Merkel mit keiner Silbe in den Top 100 auf.

street-credibility in der deutschen popmusik

In der Rapmusik kennt man das ja: jeder muss mal angeschossen worden sein oder Drogen vertickt haben, dass seine Musik hörbar wird. Selbst der Stern wollte sich in seiner Ausgabe 10/05 dieser Logik nicht entziehen. So wurde das neue Album von 50cent mit der Schlagzeile “Der Rapper 50Cent war mit zwölf Drogendealer, wurde niedergeschossen und macht heute Millionen” angekündigt. Eine objektive Plattenkritik beginnt anders.
Bisher habe ich diese Automatik immer etwas belächelt…

Auf einer website hatte ich mal den Hinweis gelesen, dass, wer Tom Liwa mag, auch Kettcar mögen könnte. Also habe ich mir “du und wieviel von deinen Freunden” eben jener Musikkapelle zugelegt - und nach den ersten Takten des zweiten Liedes beiseite gelegt. Nur eine weitere Pop-Platte, schien es.

Dann habe ich in der online-Version des Spiegel einen Artikel über die neue Scheibe von Kettcar gelesen und wurde aufmerksam. Kettcar hießen früher mal but alive und habe unter diesem Namen auch unter anderem einen Text zum Album “Schweineherbst” von Slime beigesteuert.
Von da an standen die Chancen für Kettcar wesentlich besser. Und mit dieser zweiten Chance klingt das Album nicht so schlecht. Es wird eine dritte, vierte.. Chance bekommen.
Anscheinend gibt es sie doch: die street-credibility in der deutschen Popmusik.

anderswo

Auf Sendungsbewusstsein.de findet sich ein wunderbarer Artikel über die ehemalige Zukunft von VIVA. Ein feines Stück Geschreibsel fernab der berechtigten Hasspredigten über Klingeltöne.

große Worte

Mit etwas zu viel Pathos in der Stimme oder vielleicht auch zu viel Alkohol im Blut würde er dastehen, in die Runde gucken, ein breites Lächeln auf den Lippen. Die Schwierigkeit, mit diesem Ding Gleichgewicht genannt, würde ihn vielleicht etwas Bier verschütten lassen. Mit einer großen Armbewegung würde er zur großen Rede ansetzen und noch mehr Bier verschütten.
- Das geht raus an meine Mädels und Jungs.
Er würde auf jeden und jede in der Runde einzeln zeigen.
- Der Tempel Gottes ist heilig, der seid ihr.
Er würde sich wieder auf die Bank fallen lassen und etwas hinterher nuscheln wie
- Ich liebe euch.
Dann würde sie ihre Witze über diese Ansprache machen und noch ein pathosfreies Bier bestellen. Und ganz genau wissen wie ernst es ihm ist.

(Der Tempel Gottes ist heilig, der seid ihr. - 1. Kor 3,17)

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