the diary of ..
Wie ist das eigentlich so als Papst? Als Vertreter Gottes auf Erden? Wie läuft so ein Tag ab? Denkt man sich da Morgens: Huch, heute ist mal wieder so ein Tag, da mache ich einen geschmacklosen Vergleich zwischen unmenschlichen Verbrechen und Schwangerschaftsunterbrechungen….
Aber wahrscheinlich stelle ich mir das zu einfach vor.
vielleicht denkt ein solcher mensch nach so vielen jahren:
“wieder ein neuer tag und wieder diese schwere last, die ich schon seit ein paar jahren nicht mehr zu tragen vermag…
aber welche last habe ich da auf mich geladen, welche ehre wurde mir zuteil, dass er, der allmächte, mich ausgewählt hat, dass ich sie bis zum bitteren ende trage? muss ich die gleiche art leiden, wie der, den wir heute alle anbeten? bin ich ein nachfolger seinesgleichen?
wer sagt mir, was richtig ist oder was falsch? ist es gott? sind es die vielen würdenträger, wie sie sich nennen?
machen wir es richtig? sagen sie mir die richtung an, gehe ich wirklich den richtigen schweren weg?
die menschen streiten sich zu viel über die verschiedensten themen und ich soll stellung dazu nehmen - am liebsten doch so, wie sie es hören wollen, damit sie etwas zum protestieren haben..
warum muss ich mich immer auf eine seite schlagen? warum kann ich nicht auch mal zurück gehen und in eine andere richtung sehen?”
wie schwer muss das aufstehen für solche eine person morgens sein…
Wahrscheinlich stimmen beide Sichtweisen. Deine und meine.
Ich habe als solches ein Problem mit der Institution Papst. Vielleicht weniger mit der Person, den als Person hat er sicher vieles bewegt - auch in mir.
Die Frage, die ich mir immer wieder stelle ist nur: wie kann man den Vertreter Gottes wählen? Und, wenn Menschen wählen: welche Machtstrukturen müssen errichtet, bekämpft, sich zunutze gemacht werden? Ist das anmaßend? Ist es notwendig?
Aber wie auch ich immer diese Frage für mich oder auch anderen beantworte: nichts rechtfertigt den Vergleich zwischen Holocaust und Schwangerschaftsunterbrechung.
nein, nichts rechtfertigt diesen vergleich…
ich glaube ja, man kann einen vertreter gottes nicht wählen. diese institution papst - das ist ein ergebnis des viel zu starren denkens der gesellschaft. natürlich stellt man sich die frage: wie bleibt eine glaubensgemeinschaft aktiv? wie kann sie sich aufrecht halten, ohne “geführt” zu werden…? aber muss es tatsächlich eine solche “führung” sein? gibts da nicht andere möglichkeiten? und muss der papst als mögliche aktive person, die vielleicht beispielslos vorlebt, so instrumentalisiert sein? nein, das müsste er nicht…
gibt es tatsächlich diesen tiefen glauben, dann muss es nicht solch eine institution geben…dann müssen nicht ständig irgendwelche päpstlichen dokumente veröffentlich werden, die sagen, was gut und was böse ist…
Ja, so sehe ich das auch. Die Wahl als solche ist mir etwas suspekt.
Aus einem religiösem Blickwinkel ist mir die stätige Wiedergeburt eines religiösen Oberhauptes - wie etwa im Buddhismus - verständlicher.
Ob der Papst erforderlich ist? Keine Ahnung. Die Kirche ist es weiter. Siehe Hilfsorganisationen wie Caritas oder auch Diakonie. Oder eben Sterbebegleitung oder Hospizbewegung. Viele Aufgaben, die durch kirchliche Stellen wahrgenommen werden, würden sonst liegen bleiben.
Aber - und so steht es auch in der Bibel - richten soll und wird nur einer.
Das wäre doch eine Idee, ein Offener-Pabst-Blog und jeder darf mal hinschreiben, wer er so als Gesandter auf erden …
Ja. Genau: ich habe da auch gleich ein paar Vorstellungen - also hinsichtlich der Eigenschaften. Hochgradig kompetent und null Bock auf Macht. Das sollte vielleicht für alle hohen Ämter gelten.
Siehe auch das Mainzer-Stau-Männchen heute.
ohne kirche - auch wenn es komisch klingt - würde die gesellschaft ein ein tiefes loch fallen… dieser halt, den man einfach im hinterkopf haben kann, selbst wenn man nicht an gott glaubt: wenn ich sterbe, dann ist da was, vielleicht ein licht…wenn ich begraben werde, macht das hoffentlich ein priester…
das mit den hilfsorganisationen sehe ich genauso. und auch im alltag gibt es so einige dinge, die wir ohne die kirche nicht hätten…
man stelle sich einmal vor, weihnachten müsste abgeschafft werden, weil die kirche nicht mehr existiert und alles von ihr abgeschafft werden muss…
ein papst…wie er sein müsste?
kompetent, ja! und welterfahren! und offen…warum kann er nicht jemand sein, der in einer region aufgewachsen ist, die vor allem von einer anderen religion bestimmt ist? ich stelle es mir schwierig vor, wenn er seinen glauben ändern müsste, aber warum nicht davon vorgeprägt?
Die Diskussion über eine mögliche Papstnachfolge wird ja schon geführt. Und auch in eine ähnliche Richtung. Der Vorschlag geht wohl in die Richtung, dass der nächste Papst aus Afrika kommen soll.
Wie das eigentlich so sein mag, wenn man noch lebt und schon über die Nachfolge spekuliert wird..?
Und ich hoffe doch, dass alles was nach dem Tod geschieht nicht von der Kirche abhängt. Na, ma guckn und wir werden sehen.
es wäre eine katastrophe, wenn der deutsche möchtegernpapst wirklich der nächste papst würde…das wäre noch einmal ein rückfall…
ein papst aus afrika wäre eine revolution! aber gut!
und was nach dem tod ist, das überlasse ich nicht der kirche…
Ich habe erst gelesen: den tod überlasse ich nicht der kirche. fand ich lustig
gruß