linksrum

    Vor die Wahl gestellt zwischen Wäsche aufhängen, abnehmen, bügeln und Geschirr abtrocknen blieb ich sitzen.

    Der Himmel war Wasser, war Meer. Die Sonne ging heute im Norden baden, sie strich sanft mit einem ihrer Strahlen die Bedenken des Horizontes hinfort, bevor sie in ihn eintauchte. Vorsichtig, erst mit dem großen Zeh, dann Stück für Stück. Sie zeichnete mit ihren Händen ihre Gedanken in die Wellen, die wie Wolken aussahen. Dann ging sie zielsicher Schritt für Schrit.  Bald war sie bis zu den Schultern versunken.
    Sie drehte noch einmal ihren Kopf zu mir, zwinkerte. Dann schwamm sie hinaus.

Comments

  1. August 20th, 2004 | 11:58

    schöner text. regt zum nachdenken an. passt zu meiner stimmung :-)

  2. August 21st, 2004 | 12:00

    wie war bzw ist denn deine stimmung? und anscheinend die stimmung des textes?

  3. Ina.
    August 22nd, 2004 | 14:24

    gut gemacht, bin versunken…

  4. August 23rd, 2004 | 0:05

    Ich kann aus diesem Text eine Metapher greifen. Wobei “Ich” das falsche Wort ist. Irgendetwas in mir kann es. Worte fehlen. Schöner Text, sehr schöner Text.

  5. otard3157@usmail.com
    December 1st, 2004 | 9:47

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