wink a blink

    Jeder kennt das. Hat davon gehört. Ich wünsche es jedem: die Magie im Augenblick. Den Zauber eines Blickes. Der eine Moment von dem Filme, Lieder, Bücher handeln, singen, den sie preisen. Eine Sekunde lang: die ganze Welt, all das Leben.

    Ich hab heut an der S-Bahn gesessen. Auf jemanden gewartet. Die Sonne schien etwas schräg durch die Wolken, verschüchtert durch die schwere Decke aus Regen und drohendem Donner. Die Bahnhofsuhr überlegte sich jede Bewegung lange. Bedächtig stolzierten ihre Zeiger über das Ziffenblatt.

    Irgendwann, mitten in einem Traum fingen die Gleise an zu singen. O.k. das ist geklaut. Die Bahn kam. Ich besah mir die Leute, die aus der Bahn stürzten. Einer Springflut gleich. Irgendwo zwischen all diesen Menschen, Gestalten, Figuren ging sie. Das spürten die Instinkte in mir. Ohne das ich diese Ahnung zu ordnen konnte. Und es war wie in den Filmen: die Menge teilte sich. Sie sah mir in die Augen. Senkte den Blick kurz wieder. Es war einer dieser Momente.
    Magie.

    Sie sah mir wieder in die Augen, kam auf mich zu.
    - Na, hast mich gleich gesehen, fragte ich mit einem Lächeln und einem Gefühl wie Sternenstaub.
    - Mh, eigentlich habe ich noch einem Mülleimer gesucht, sagte sie.

    Aber vielleicht, nur vielleicht braucht man diese Momente ja auch gar nicht. Nö. Nö.

    Über Berlin wird es Nacht.

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