alles in allem

    Ich sitze und kann mich nicht entscheiden. Eigentlich wollte ich zum Sport. Doch während ich so durch Tagebücher, Gästebücher zappe und dabei Kaffee trinke kann ich mich nicht recht begeistern. Der Kopf ist zu voll. Nur einen Moment lang, bitte.

    Zwei Kaffee später wirkt wohl etwas mehr als das Koffein und ich packe doch meine Tasche. Vielleicht recht ja die Energie für etwas rumhampeln im engsten Familienkreise. Ich packe noch etwas Musik ein , Musik geht ja quasi immer.

    Das Laufband nimmt langsam Reisegeschwindigkeit auf, ich verheder mich im Kabel der  Kopfhörer. Ich laufe. Ich sehe auf das Wassser unter mir und denke an die Nacht, als ich an diesem See war,  ruhig, Stille und die Sterne schienen zu knisterten, “nightswimming” von R.E.M. im Kopf.
    Und ich denke an dieses Mädchen. Denke daran wie ich gesagt habe, dass ich sie heiraten werde und sie ihn. Und wie wir beide darüber gelacht habe. Ich denke daran wie ich sie gefragt habe, ob sie mich heiraten wird - und wie sie gelacht hat.
    Ich drücke zehn Minuten mehr. Das Laufband widerspricht nicht, die Zeiten ändern sich. Ich sehe sie noch ab und zu. Ich laufe weiter und denke an Weihnachten, Daheim und, dass immer diese Schallplatte
lief, von diesem Typen und wie ich zum Konzert mußte. Es mag als Ausrede gelten, dass ich minderjährig war.
    Wieder zehn Minuten mehr. Ich denke daran, wie ich mit den Jungs Fussball spielen ging. Sie holten mich meist ab und ich war noch nicht mit der Hausarbeit fertig. Einer trocknete dann immer ab.
    Noch mal fünf Minuten mehr. Ich denke daran, dass Männer in Lederhosen komisch aussehen. Ich denke daran, dass ich noch fünf Minuten schaffe. Ich denke an Forest Gump. Ich denke an Wasser und gucke in das Glas, in dem ich mich halb wiederspiegle. Ich denke an den Horizont. Und irgendwann denke ich gar nichts mehr. Es funktioniert wieder. 

    Später dusche ich und der Typ kommt rein. Ich gucke. Er guckt. Ich erkenne ihn und das ist wohl auch, worauf er wartet. Über meine Konzertphobie bin ich lange hinweg und denke nur, als ich ihn so unter der Dusche sehe, so groß ist der gar nicht.
    Ich fahre heim, setze mich vor den Rechner und tippe das hier ins Netz. Eigentlich hätte ich jetzt irgendwie Bock auf Fussball. Aber ich sollte jetzt wirklich abwaschen. Ihr könnt auch gern vorbei kommen: es muss dann auch abgetrocknet werden.

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Überleben

In der S-Bahn mit einem Kumpi rumgeflachst. Er ist vergesslich. Vielleicht liegt das am Fussball, also genauer an den Kopfbällen?! Er kann sich da auch nicht so genau entsinnen.
Sein Vater ist da wohl ähnlich. Muttern hält den Terminkalender, gibt erste, zweite Erinnerungen und letzte Vorwarnungen und legt ihm Abends auch schon mal die Sachen für den nächsten Tag bereit.

Bei einem Freund der Familie ist das ähnlich. Ihm wurden die Sachen für die Silberhochzeit bereit gelegt. Die Frau entschied sich dann am nächsten Morgen noch einmal anders, holt dann doch das ganz ursprünglich aus dem Schrank und ließ ihre Planung auf dem Stuhl liegen
.
Der Mann griff gehorsam nach den bereit gelegten Sachen - und tauchte bei der Silberhochzeit im Blaser seiner Frau auf.

Sind Männer allein - also ohne Frauen - eigentlich überlebensfähig? Oder wenigstens gesellschaftsfähig?

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fernsehleidung

Gestern mal wieder nach langer Zeit auf der Suche nach einem Film die Flimmerkiste angemacht. Und mich selbst vor die Wahl damit zwischen Sat1 (”Was macht Martin Kesici”), ARD (”Tatort - Ich weiß, wer der Täter sein könnte”), Kabel1 (”Otto - der, puh, vergessen”) und Pro7 (”Godzilla”) gestellt.

Tja.

Ich habe mich dann für Hausarbeit, telefonieren, Füße hoch packen entschieden. Das nebenbei Godzilla lief mag man mir bitte entschuldigen. Aber wenigstens hatte der Film eine Botschaft; Atomtests sind böse. Aber man kann damit alles wieder gut machen, wenn man dann böse, dumme Viecher tötet. So einfach, Herr Chirac. Ach ja, und amerikanischer Kaffee schmeckt nicht. Und vielleicht noch, nee, das wäre dann zu viel des guten Willens.

Wie verstrahlt muss man eigentlich sein? Aber gut: vielleicht gab es ja ein Happy End -
und noch mehr Leute habe vor dem Ende ausgeschalten.

Gabs ein Happy End?

Es regnet in Berlin.

Herr Zitiert

Heute in der S-Bahn gelesen. Und gefallen.

“Vermutlich ein Feiertag, nicht der erste, der ihm entgangen war; sein einsamer Berg dort hinten war höher als das höchste Fest.”

Aus “Ein Winter unter Hirschen” von Ralf Rothmann

(Danke für den Tipp)

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flügel.flüstern

Manchmal war der Tag anstregend und man selbst ist müde, der Kopf nur Rauschen.
Und dann begegnet dir ein Engel und ein Lächeln findet seinen Weg.

Ein Feuer aus einem Funken.

In Berlin warmes, weiches Licht. Sonnenuntergang.

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Mitglieder willkommen

Wenn man sich das mal so anschaut. Ganz nah. Oder vielleicht auch besser von oben. Der Mensch als Herdentier. Und während er die Leidhammel leid ist, sucht er sich eine eigene Ecke und wenn dort bereits andere sitzen, tja: Pech - ansonsten kommen die halt später dazu.

Ich habe mir jedenfalls überlegt, dass ich einen Verein für Einzelgänger gründe.

Um dann gleich auszutreten. Aus Protest. Weil: wer denkt sich denn sowas aus?

Mitglieder willkommen.

In einem Zug

Ein Gespräch in der S-Bahn belauscht.

Er sitzt ihr gegenüber. Beide sitzen locker, die Füsse nebeneinander. Sein Blick versucht an ihrem Gesicht hängen zu bleiben. Gelingt nicht. Rutscht, schlingert über ihren Körper. Bleibt hängen.
Er sagt: “Du hast da einen Riss in der Hose.”
Sie: “Mist! Ich dachte man sieht das nicht.”
Er grinst, zeigt auf das Loch in ihrer Hose - das sich in ihrem Schritt befindet.
Sagt: “Du kannst mir ja Bescheid sagen, wenn das Loch größer geworden ist.”
Ihr Gesicht vereist, gerinnt. Ihre Augen verengen sich.
Sie sagt: “Nein” und man hört die Ausrufezeichen deutlich, “Nein. Wenn dann kommt das zur Oma, zum Nähen.”
Betretenes Schweigen. Der Einzige, der noch grinst ist der Typ neben den beiden.

fishing for compliments

*big fish* geguckt. und wieder wuenschte ich, dass sie recht gehabt haette, als sie sagte: *du bist ein spinner*

suess getraeumt. traeumt suess.